Márcia Haydée wird 70
Márcia Haydée wird 70, und das am 18. April. Drei Tage später feiert die ehemalige Primaballerina und langjährige Prinzipalin des Stuttgarter Balletts ihren Geburtstag in Stuttgart: tanzend, als Lady Capulet in Crankos «Romeo und Julia» im Kreis illustrer Kollegen, zu denen u. a. Sir Peter Wright, Egon Madsen, John Neumeier, Paul Chalmer, Tamas Detrich, Georgette Tsinguirides und Vladimir Malakhov gehören, die ihren Lebensweg begleitet haben.
In Japan ist die Wertschätzung eines erfahrenen Künstlers nichts Ungewöhnliches. Man achtet das Alter. Anders in Europa.
Sie aber stehen noch mit siebzig auf der Bühne. Warum? Eine gute Frage. Ich bin einfach in der glücklichen Lage, all die Dinge tun zu können, die mir großes Vergnügen bereiten. Inzwischen kennt mich das Stuttgarter Ballett als Julias Mutter, als Madge in «La Sylphide», als Madame in «Gaîté Parisienne» und Rosaria in «Il fratelli» – und ich habe den Eindruck, dass die jungen Tänzer das andere Alter schätzen, das ich in die Aufführung einbringe. Ich bin, was ich spiele. Ich täusche nichts vor.
Gelebtes Alter. Nicht: gespieltes Alter. So ist es. Wenn der Körper noch mittut, finde ich das richtige Alter toll. John Cranko hat ...
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Antoine-François Prévost d’Exiles’ Roman «Histoire du chevalier Des Grieux et de Manon Lescaut», 1731 erschienen, erzählt eine ziemlich komplizierte Geschichte, die aus dem Paris jener Zeit – durch Klöster und Spielsalons, Liebesnester und Gefängnisse – bis in die neue Welt, nach New Orleans, hinüberspielt. Immer wieder verrät die schöne, flatterhafte Manon den...
In die Stille des Beginns hinein tanzt hinten auf der Bühne jemand in Mantel und Hut. Knips, das Handtäschchen zu – die Sitznachbarin hatte eben noch ihre Freundin gewarnt: Die Musik wird sehr laut! «Schrecklich» meint später ein anderer. Geht das Publikum in Mannheim ins Ballett trotz der Musik? Man könnte auch ihretwegen hingehen: Drei berückende Werke, neu und...
Immer wieder stößt sie gegen den Tisch, als wär' er eine Wand: ein traumatisches Erlebnis, von Susanne Linke 1985 in ein bewegtes, bewegendes Bild gefasst. Im Kindesalter kämpfte ihr Körper gegen seine Sprachlosigkeit an: eine falsch behandelte Meningitis kostete der Tänzerin fast das Gehör. Sich erinnernd, tanzt sich Susanne Linke Schritt um Schritt von ihrer...
