Manja Chmièl

gestorben

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Manja Chmièl wurde im Nachkriegs-Berlin neben Dore Hoyer gefeiert. Die Tschechin aus der Wigman-Schule pfiff auf Tradition. Sie war die Metapher ihres Manifests: «Mein Tanz ist nicht Ausdruckstanz ...» Erdig, blutvoll rhythmisch, raumgreifend suchte sie nach einem Vokabular, das pure Bewegungsgebilde in zeitliche Ordnung brachte, als Spiegel der Zeit. Ihr Stil prägte das Berliner Wigman-Studio, in dem sie der Altmeisterin assistierte. Ihr Tanz sollte neben Neuer Musik und abstrakter Malerei autarke Kunstform sein. Zehn Jahre zu früh. Das Ballett hatte sich gerade breit gemacht.

Chmièls Gruppe Neuer Tanz Berlin ­hatte in den Sechzigern nur kurz Bestand – neben Motion, die nach Philadelphia auswanderten und noch heute existieren: die erste freie Tanzkompanie. Auch ihr Studio im jetzigen Literaturhaus. Höllerers ­Fernsehportrait und der Kritikerpreis 1968 halfen nichts. Nach Hoyers Selbstmord siedelte sie nach ­Hannover um, wohin es immerhin noch Eiko & Koma verschlug, um bei ihr zu lernen. Dort ist sie, bis zuletzt lehrend und um Kunst streitend, am 5. Mai mit 84 Jahren gestorben. Ihre packende Biografie, 2001 im Eigenverlag erschienen, fand keinen Verleger. Wenn es einen Katalysator ...

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Tanz Juli 2006
Rubrik: Celebrities, Seite 28
von Irene Sieben

Vergriffen
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