Maillot
In Monte Carlo geht es in den Berg hinein, ins Grimaldi-Forum tief unter den Mittelmeeresspiegel. Hier leitet Jean-Christophe Maillot seit 16 Jahren die Ballets de Monte Carlo. Seine Ballettversion von Gounods «Faust» 2007 gewann den Prix Benois de la Danse, im März 2007 entstand daraus sein Operndebüt am Staatstheater Wiesbaden. Gounod einmal vertanzt, einmal besungen. Jean-Christophe Maillot erzählt Hartmut Regitz, welche Version er lieber hat.
Jean-Christophe Maillot, Sie haben «Faust» sowohl als Oper als auch als Ballett inszeniert und müssten deshalb ganz gut Vergleiche ziehen können. Was treibt einen Choreografen, sich überhaupt mit Oper zu befassen?
Als mich das Hessische Staatstheater in Wiesbaden vor zwei Jahren beauftragte, Gounods «Faust» zu inszenieren, wurde mir schlagartig wieder bewusst, dass die Oper ein Teil meiner Kindheit war. Mein Vater, von Haus aus Maler, war wiederholt im Musiktheater tätig, und das bedeutete: mich an seine Rockzipfel zu hängen, ihm bei der Arbeit zuzuschauen. Manche Opern, so mein kindlicher Eindruck, zogen sich dabei so in die Länge, dass ich auf den Knien meiner Mutter einschlief. Wann immer ich mich an meine «Opernjahre» erinnere, rieche ...
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Warum sollte sich ein Tänzer für Stimmphysiologie interessieren? Als unsere Vorfahren im Zeitalter der Brachiatoren, der Armhabenden, an Land kamen, bildete sich ein Ventil im Atemtrakt, das die Luft am Ein- oder Ausströmen hindert und hilft, einen Kräftepulk zu entwickeln für das, was man äußerlich tut, etwa das Abstoßen oder das...
Auf den Gletscher
geht’s alle Jahre wieder am 24. April. Dann bringt Hubert Lepka mit seiner Kompanie Lawine Torrèn elefantöse Pistenbullys und Hubschrauber ins österreichische Sölden, damit Hannibal es noch einmal wagen darf, die Ötztaler Alpen am Rettenbachgletscher mit 60 000 Mann zu überqueren. Das Spektakel für über tausend Zuschauer in der Kälte ist...
Auf ihn wartet man, man macht ihm die Aufwartung: einem Rentner. Er kümmerte sich bis 2005 um die Tänzer bei der Zentralen Bühnen-, Fernseh- und Filmvermittlung. Zuvor gab er den zweiten Vorsitzenden im Deutschen Berufsverband für Tanzpädagogik, 1977-94. Der Schlachtruf, kein Tänzer muss aufhören zu tanzen, wenn er nichts Besseres zu tun hat, kommt auch bei ihm...
