Luzern: Didy Veldman: «360°», Idan Sharabi: «Songs»
Ein Lichtstrahl rührt durchs Dunkel, dreht Runde um Runde, endlos und langsam wie der Zeiger einer Himmelsuhr. Schön ist das anzusehen. Doch Obacht: In der Poesie dieser kreisenden Bewegung lauert Gefahr. Die Bühnenbildnerin Kimie Nakano hat den bewegten Lichtstrahl in ein mehrere Meter langes Rohr verpackt. Wer ihm zu nahe kommt, kriegt blaue Flecken. Oder wird hinweggeputzt, wie Schnee in der Frühlingssonne. Bei der Premiere passiert das zum Glück nicht. Aber die erhöhte Spannung ist da.
Kalkül? «360°» heißt das Opus, das den dreiteiligen Abend «Tanz 21» im Luzerner Theater eröffnet, der mit Stephan Thoss‘ hochnotkomischem «Bolero» endet.
Die Niederländerin Didy Veldman thematisiert in ihrem Beitrag tatsächlich eine Art Frühlingserwachen. Die 49-jährige, in London lebende Choreografin, die der Schweiz seit ihrer aktiven Zeit als Tänzerin (u. a. beim Genfer Ballett) und als Mitbegründerin der Alias Cie von Guilherme Botelho verbunden ist, gibt mit dem Stück ihr Debüt am Haus. Zu Vivaldis «Vier Jahreszeiten» in der hybriden Pattern-Version des Komponisten Max Richter lässt Veldman ein Oktett aus androgynen Tänzerinnen und Tänzern abstrakte Metamorphosen in den Raum zeichnen. Man ...
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Tanz Mai 2016
Rubrik: Kalender und Kritik, Seite 46
von Marianne Mühlemann
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Ihsan Rustems mit fünf Tanzpaaren und Musik von Arvo...
