Louise Lecavalier: «Battleground» in Paris
«To get away from myself», erklärt Louise Lecavalier auf die Frage nach der mützenhaften Kapuze in «Battleground», das Premiere im tanzhaus nrw in Düsseldorf feierte. Seit Jahren, sagt die Tänzerin und Choreografin, verkörpere sie gern Rollen beim Tanzen – «characters». Um von sich selbst abzurücken. So war es im wunderbaren «I Is Memory», das sie unter Zipfelkapuze mit cartoonhaftem Rucken und Drücken an der Seite von Benoît Lachambre getanzt hat. In «So Blue», ihrem ersten eigenen abendfüllenden Stück, war die Rolle ihr dagegen eher nah.
Nach Blau ist die Farbe, die mit den Lichtfenstern, -zinnen und -linien von Alain Lortie dieses Mal ins Spiel kommt, Rot. Der Kampf um die Persönlichkeit ist geblieben – auf der Bühne, dem Battleground: ganz in etwas aufgehen zu wollen, das man nicht selber ist. Oder um gerade da-rin man selbst zu sein?
Vom hellen Umfeld hebt sich die schwarz Gekleidete ab. Wie ein strenger Bleistift oder als dürfe sie nicht viel Boden berühren, überkreuzt sie eng die Beine, wibbelt und hibbelt auf halber Spitze, den Blick frontal zum Publikum gerichtet. Das Wesen vibriert von den Fersen aus, legt sich eine Hand auf den Scheitel oder stellt sie auf wie einen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz April 2016
Rubrik: Kalender und Kritik, Seite 46
von Melanie Suchy
Sie beide arbeiten schon lange künstlerisch mit Flüchtlingen und Migranten. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?
Jessica Höhn: Mit Flüchtlingen arbeite ich, seit ich freiberuflich als Theaterpädagogin unterwegs bin, also etwa seit zehn Jahren. Es fing mit Theaterprojekten zur Sprachförderung an. Seit sechs Jahren leite ich eine interkulturelle Gruppe am Off-Theater...
Zelle. Mit so einem Namen macht niemand Karriere. Margaretha Zelle war sich darüber im Klaren. Sie wollte Karriere machen, und das um jeden Preis. Also erfand sich das Meisje aus Leeuwarden eines Tages neu, erfand sich als Mata Hari und damit eine Kunstfigur, die wie geschaffen war für eine Belle Époque, in der nicht zuletzt der Exotismus wahre Triumphe feierte....
Constanza Macras ruft die Geister. Wie immer. Zuletzt waren es Roma, Afrikaner und die Vergangenheit. Selten ist ein Geist darunter, den unsere Zivilisation mit offenen Armen empfangen würde. Diesmal sind es chinesische Akrobatinnen. Keine, mit denen der Chinesische Staatszirkus trübe Sonntage aufhübscht, sondern solche, die nicht auf Tournee gehen dürfen. Die...
