Lost in Dhaka
Von den Barrieren, Zäunen, Mauern, an denen man sich im Leben immer mal den Kopf einrennt, wenn nicht noch mehr, ist die Grenze zwischen Männern und Frauen eine der populärsten. Von der Pein, wenn diese mitten durch einen einzigen Menschen hindurchläuft, können Transidente berichten. Meist liegen diverse Kämpfe hinter ihnen, bevor sie ein ihnen gemäßes Leben führen können. Die Frage der Inszenierung der eigenen Person, des Ausdrucks der Identität im Familien-, Kollegen- und weiteren Kreis stellt sich ihnen auf existenzielle Weise.
Gender-Wechsel im Spiel von Schein und Sein und Anderssein gehört seit Jahrhunderten zu Theaterkulturen, auch zu diversen Tanztraditionen. Die Opposition «männlich-weiblich» überhaupt infrage zu stellen, zumindest die Kategorienklischees zu überprüfen, daran arbeitet sich auch der Zeitgenössische Tanz schon länger ab. Zusätzlich befassen sich Stücke mit dokumentarischem Charakter auch dezidiert mit dem Thema Transgender oder Transidentität. Eines davon ist «ID-clash» des Kölner Künstlerduos Angie Hiesl und Roland Kaiser, die im fernen Bangladesch dazu angestiftet wurden.
Reise zurück
Die installative und für Hiesl, die ursprünglich vom Tanz kommt und ...
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Tanz Oktober 2016
Rubrik: Reportage, Seite 62
von Melanie Suchy
Diesmal zeigt sie ihr Gesicht. Und sie betört mit rockiger Stimme. Miet Warlop wechselt in ihrer jüngsten Produktion «Fruits of Labor», die beim «Internationalen Sommerfestival» in Hamburg Deutschlandpremiere feierte, von der anarchisch bunten Splattershow ins düstere Hard-Rock-Ambiente. Versteckten sich zuletzt in ihrem Erfolgsstück «Mystery Magnet» noch seltsam...
deep field
Martin Schläpfers Choreografie und Adriana Hölszkys Komposition greifen so ineinander, dass daraus ein hochsensibles und betörend sinnliches Kunstwerk entsteht. 2014 in Düsseldorf uraufgeführt, ist die Bühnenaufzeichnung von «Deep Field» (Foto: Gert Weigelt) nun fast drei Monate lang im Netz zu sehen, bei concert.arte.tv/de. Am 7. Oktober erscheint...
im november: claire cunningham
Claire Cunningham hat ein Handicap. Wenn sie tanzt, dann mit Krücken. Jess Curtis hat nun gemeinsam mit ihr ein neues Werk geschaffen: «The Way You Look (At Me) Tonight». Der Titel bringt es bereits auf den Punkt: Wenn wir einen Körper sehen, bewerten wir ihn. Aber nach welchen Maßstäben? Nach welchen Kriterien beurteilen wir...
