Lordsiegelbewahrerin
Patricia Neary ist auch mit 76 Jahren die weltweit gefragteste Lord-siegelbewahrerin des Œuvres von George Balanchine. Als ehemalige Balanchine-Ballerina und Botschafterin des Balanchine Trust kultiviert sie selbst noch in Trainingsklamotten – ihre sind ganz in Off-white gehalten – den althergebrachten Ballerinentypus: schön, elegant, u-nnahbar. Dank der #MeToo-Debatte hinterfragt sie am Beispiel Balanchines und seiner Liebe zu den «Baby»-Ballerinen die konven-tionelle Rollen- und Machtverteilung in Ballettkompanien stärker denn je.
Patricia Neary, wie viele Balanchine-Ballette haben Sie in all den Jahren einstudiert?
Ich habe nicht Buch geführt. Aber da ich bereits 1967 oder 1968 damit angefangen und international jedes Jahr acht Einstudierungen übernommen habe, kann man sich’s ja ungefähr ausrechnen. Ich war immer schon scharf darauf, seine Stücke einzustudieren und bin es noch. Gleichzeitig leitete ich von 1973 bis 1990 diverse Ballettkompanien, war Stellvertretende Ballettdirektorin in Berlin, dann Ballettchefin beim Zürcher Ballett und schließlich noch in gleicher Funktion an der Mailänder Scala und in British Columbia. Dann wollte ich das nicht mehr machen, weil der Job sehr ...
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Tanz April 2019
Rubrik: Menschen, Seite 22
von Eva-Elisabeth Fischer
Kirchen aus den 1970er-Jahren sind in der Regel leicht zu erkennen: Betonbrutalismus in Quadrat- oder Quaderform, obendrauf ein Stahlkreuz, innendrin Holzbänke, Glasfenster und ein Altar, auf dem sich metallene Kandelaber, Bibellege und ein Kruzifix zusammenfinden. Genau an diese architektonische Kargheit erinnert das Bühnenbild, mit dem Eno Henze das «Requiem» in...
Andere machen ein, zwei Skizzen – und verabschieden den Entwurf! Er war auch in dieser Hinsicht ein anderes Kaliber: «Sein Papierkorb war eigentlich immer übervoll mit Zeichenpapier. Bevor eine Zeichnung richtig fertig war, sind bestimmt vierzig bis fünfzig Blatt in den Müll gegangen – und diesen Anspruch hat er halt auch auf andere übertragen.» Karl Lagerfeld war...
Von nichts kommt nichts. Unter dem Titel «Young Vibes» hat die Szene Salzburg deshalb eine neue Reihe aufgelegt, die ein jugendliches Publikum in «Schwingungen» versetzen, kurz: zum Tanzen bringen soll. Dass das nicht -allein mit Tanz- und Performanceprojekten von den Hungry Sharks, von Ásrún Magnúsdóttir, dem Bodhi Project, Guy Nader und Maria Campos oder Doris...
