lörrach on tour

russell maliphant «still current»

Tanz - Logo

Dass die Zusammenarbeit von Choreografen und Komponisten seit Langem fruchtbareErgebnisse zeitigt, verwundert kaum: Die Musik ist das Element mit der wohl größten Nähe zum Tanz. Dass aber Licht-Designer nach wie vor häufig dem Technikerstab und nicht dem eigentlichen Kreativteam zugeordnet werden, mag daran liegen, dass ihre Farb- und Beleuchtungskünste erst am Ende des Probenprozesses gefragt sind.

Eine Ausnahme sind der Choreograf Russell Maliphant und der Licht-Designer Michael Hulls, die mittlerweile eine 17-jährige Kreativpartnerschaft verbindet.

In ihren Gemeinschaftsprojekten kommen Hulls’ Ideen bereits sehr früh zum Tragen. Oft noch vor der ersten Probe im Studio kritzelt der Beleuchter erste Ideen in sein Notizheft.

In «Still Current» präsentieren die beiden exemplarisch ihre Ästhetik, steht doch ungeachtet der starken musikalischen Kreationen von Andy Cowton und Armand Amar an diesem Abend das Visuelle im Vordergrund. Die fünf präsentierten Stücke spielen sich allesamt in schummrigem Dämmerlicht ab. Im Verein mit den Videoprojektionen von Jan Urbanowski meißelt Hulls’ gleichsam bildhauerische Lichtarbeit die Tänzerkörper aus dem Zwielicht, strukturiert und seziert den ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz April 2015
Rubrik: kalender und kritik, Seite 40
von Michael Seaver

Weitere Beiträge
dessau

Das Theater ist ein Paradies. Die Dessauer hatten es im Sommer 2013 sogar angepflockt. Damit es bloß nicht verschwände. Jetzt stehen 1,5 Millionen Euro weniger pro Jahr im Budget dieses irgendwie auszunutzenden 1100-Plätze-Hauses, in einer Stadt, so winzig wie Meiningen: 80.000 Einwohner, 400.000 Menschen im Einzugsgebiet. Auf der Bühne verblieben: nur noch neun...

nacho duato

Man beginne mit einem Erdbeben und stei-gere sich dann stetig. Alte Hollywood-Regel. Vielleicht funktioniert auch das Gegenteil: Man schweigt fein still, stapelt tief – um irgendwann furios und für alle überraschend durchzustarten. Doch bei Nacho Duato, der seit 1. September 2014 dem Staatsballett Berlin vorsteht, ist weder die eine noch die andere Strategie...

abschied

Es war wohl eine Überraschung, als an Stelle der angefragten Natalia Makarova die Ballettmeisterin des American Ballet Theatre, Elena Tschernischova, 1991 für zwei Spielzeiten Chefin des Balletts der Wiener Staatsoper wurde. Sie brachte eine Reihe neuer Solisten mit, darunter Katherine Healy und Kenneth Greve. Ihr größter Coup war jedoch das Engagement des jungen...