lissabon: vanilton lakka «o corpo e a midia da danca? outras partes»

Tanz - Logo

Einschalten, ausschalten. Mit der Musik verfährt man so. Warum nicht auch mit Tanz? Vanilton Lakka trägt die Symbole der Tasten «Stop», «Play» und «Pause» auf seinem roten T-Shirt. Er lässt das Publikum wie um einen Boxring sitzen und von vier Seiten zuschauen. «O corpo é a mídia da dança? Outras partes» wird in kurzen Runden ausgefochten. Das erlaubt den drei B-Boys, zwischendurch zur Wasserflasche zu greifen. Augenzwinkernd bringen sie einen Kassettenrekorder ins Spiel, keinen Ghettoblaster.

Jemand aus dem Publikum darf ihn halten und soll auf ihr Zeichen die «Play»-Taste drücken. Wir erwarten harte Beats, doch was erklingt, ist nur ein Rauschen. Zu ihm vollführt das Trio so dynamische Figuren, dass wir uns am Ende aus eigener Kraft einbilden, die erwarteten Rhythmen zu hören. Brauchen B-Boys sie etwa gar nicht? Ist Musik nichts als Einbildung?

«Stop»-Taste. Trinkflasche. Die nächste Runde: Harter Sound, aber keine Bewegung. Im Stand-by genießen sie ihre kontrollierte Offensive gegen die Breakdance-Codes.

Brasilianer und Hip-Hop, das wurde seit Bruno Beltrão immer unberechenbarer. Sie könnten eine aufziehbare Puppe tanzen lassen und Breakdance zur reinen Konvention erklären. So ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Juni 2011
Rubrik: kalender, Seite 46
von Thomas Hahn

Weitere Beiträge
auf dvd: frederick ashton...

...und seine «Ondine» nehmen uns zweifach mit in die Ballettgeschichte: Zum einen orientierte sich Ashton bewusst an der Tradition des romantischen Balletts, einschließlich Divertissement und abschließender, wenn auch ins Tragische gekehrter Apotheose, und entwickelte so analog zu den bekannten Werken dieser Zeit («La sylphide», «Giselle») auch eine...

braunschweig: jan pusch «final fiction»

Der Anfang spricht schon vom Ende. «I did it my way!», singt Robert Bell und öffnet die Arme zu ausladenden Showmaster-Gesten. Mehr Worte hat er nicht, wiederholt sie aber, als habe er sich für die endgültige Version noch nicht entschieden. Jede ist so super wie er. Er schlenzt über die Bühne, springt auf den Tisch, Applaus brandet aus dem Off, dann auch aus dem...

wayne mcgregor...

...ist Hauschoreograf des Royal Ballet und als solcher der schärfste Konkurrent von Christopher Wheeldon (siehe tanz 5/11), wenn es 2012 an der Spitze der renommierten Kompanie um die Nachfolge von Monica Mason geht. Sein choreografischer Stil ist gekennzeichnet durch Tempo, Attacke, Dynamik. Nichts für klassische Tänzer, die noch nicht in der Gegenwart angekommen...