Ligia Lewis «Minor Matter»
Ligia Lewis schürft ihre «minor matter» aus einer Art Höhlenwelt. Komplette Düsternis zu Beginn, man starrt in dieses Nichts, dann meldet sich eine Stimme aus dem vernebelten Irgendwo. Direkte Ansprache tropft dem Publikum verführerisch ins Ohr: «I will like to turn you inside-out and step into your skin / To be, that sober shadow in the mirror of indifference». Die Stimme gibt sich mal warm, mal kalt, tönt wie aus dem Untergrund der Geschichte und wiederholt – «you shift, you shift».
Dieses Verschieben, Verrutschen wendet die Performance auf sich selber an, als wolle sie etwas spiegeln, das sie in den Gedanken des Zuschauers liest.
Dann erwachen drei bunt gekleidete, dunkelhäutige Performer – zwei Männer, eine Frau – zunächst wie Puppen zum Leben. Sie blättern einen munteren Katalog von Sportlergesten und ruppigem Unterhaltungstanz-Vokabular auf: Kicks, Steppschritte, Hüftwackeln samt Sexandeutungen. Sie werden grell, also über-sichtbar, klettern aneinander und an den Wänden der Bühne hoch, was rührend wirkt. Denn entkommen können diese rockenden und rollenden Figuren dem Setting nicht. «minor matter» will ein Meta-Kunstwerk sein, will Repräsentation repräsentieren. Will ...
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Tanz März 2018
Rubrik: Tanzplattform, Seite 14
von Melanie Suchy
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Armando Braswell, wie kamen Sie zum Tanz? Ich wuchs bei einer Pflegefamilie auf, in einer kriminellen Ecke im New Yorker Stadtteil Brooklyn. Damals rettete der Tanz mein Leben. Er gab ihm einen Sinn, forderte mich heraus. Weil ich tanzte, tat ich nicht das, was meine Freunde taten – und das war gut so. Tanzen bedeutete für mich eine Zukunft, ein Ziel, hart zu...
Zwei Figuren wiegen sich in den Hüften, ihre Hände sind erhoben, die Finger gespreizt. Sie tragen sonnengelbe Röcke und Schnallenschuhe zum schwarzen Pagenkopf. Sie lächeln kokett, flirten mit den Zuschauern, tippeln federleichten Schritts auf sie zu und brechen plötzlich in kieksende Munterkeit aus. Mit ihren grazilen Gesten, ihrer demonstrativen Großäugigkeit und...
