la danseuse
Es beginnt, als alles fast schon vorbei ist. Blitzlichtgewitter, hektisches Rufen, aufgeregte Menschen neben einer kleinen Gestalt in riesigen weißen Stoffmassen auf einer Bahre, eine Sauerstoffmaske auf dem Gesicht, Infusionsbeutel über sich. Eine Vorstellung in der Pariser Oper endet mit dem Zusammenbruch der Tänzerin. Ihre Augen sind blutunterlaufen.
Was ist geschehen?
Viele biografische Filme über Künstler oder Sportler beginnen so – fast mit dem Ende, um uns schon einmal das Ziel vor Augen zu führen, auf das der möglicherweise zähe Beginn einer Karriere, zu dem dann zurückgeblendet wird, hinführen soll. Es ist ein übliches Verfahren, eine Formel des Konventionellen. Zu Beginn von Stéphanie Di Giustos Debütwerk «La Danseuse» – deutscher Verleihtitel: «Die Tänzerin» – ist ihr Einsatz besonders bedauerlich. Weil dieser abgehangene Auftakt eines Films über Loïe Fuller (1862–1928) sofort klarmacht, wie formal mutlos das Folgende sein wird, und dass die körperlichen Strapazen dieser (überhaupt nicht mutlosen, sondern geradezu radikal furchtlosen) Figur und der Raubbau an ihrer Gesundheit einen großen Teil der Geschichte ausmachen werden.
Dabei interessiert uns doch etwas ganz ...
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Tanz November 2016
Rubrik: Produktionen - Im Kino, Seite 5
von Verena Lueken
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