komm, lach mit mir
Yvonne Rainer betitelte 2006 ihre Autobiografie mit dem Statement «Feelings Are Facts». Emotionen als Tatsachen, als Fakten, als: Realitäten! Diese These beinhaltet in einer Nussschale ein ganzes Manifest der künstlerischen Arbeit Rainers: die Aufhebung der Grenzen zwischen Kunst und Alltagsleben; die Anerkennung der gesamten Skala von Emotionen, Erfahrungen, Erinnerungen als performative Akte. Bewegung und Emotionen sind für Rainer zwei parallele, mitunter auch gegenläufige Dimensionen von Wirklichkeit.
Die Widmung ihrer Memoiren deutet darauf hin: «For Ivan, who came running … / and Audrey, who laughs …». Laufen und Lachen. Zwei Arten der Bewegung, zwei sehr unterschiedliche Körperäußerungen, die nicht möglich sind ohne eine höchst fein abgestimmte Synchronisation multipler motorischer und neuronaler Prozesse – und zwei Aktionen, die wesentlicher Bestandteil sozialer Kommunikation sind.
Gehen, Laufen oder Stehen sind als elementare Bewegungsformen von Tanz und Choreografie oft reflektiert. Jedoch Lachen? Kann man Lachen – als Affektäußerung, als Körperphänomen – als ein Tanzen denken? In der Emotionsforschung und in der Gelotologie, der Wissenschaft vom Lachen, werden eher die ...
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Tanz Jahrbuch 2015
Rubrik: Kleine Anlässe, große Wirkung, Seite 118
von Gabriele Brandstetter
Es mag vielleicht aberwitzig klingen, gerade einen Forsythe-Tänzer am Ende dieser Spielzeit zum Hoffnungsträger zu wählen, aber «ist dies schon Tollheit, hat es doch Methode». Denn schließlich sind und bleiben die von Forsythe handverlesenen Mitglieder sowie Ehemaligen seiner Company wunderbar eigenwillige und besondere Tänzer. Wie eben auch Tilman O´Donnell, der...
ist ein Hoffnungsträger in doppelter Hinsicht – für Israel und für den Tanz. Hervorgegangen wie so viele andere Choreografen aus der Batsheva Dance Company unter Ohad Naharin, mag er sich nicht mit den alltäglichen Ungerechtigkeiten der Besatzungsmacht Israel in den besetzten Gebieten abfinden. Er legt den Finger in die Wunde, hört nicht auf, die Mechanismen...
Nicht, dass man Lea Moro nach zwei Arbeiten als Expertin für die zeitgenössische Interpretation klassischer Kompositionen einführen möchte. Und doch hat sie sich hier profiliert. Da wäre die «Sacre»-Version der damaligen Berliner HZT-Studierenden: Zur Jubiläumskonferenz 2013 erdachte sie das monumentalische Gruppenstück als Solo. Ein Körper als Ensemble: Moro...
