Kinder, gebt nichts auf Glamour
«Unfassbar provinziell» seien Jürgen Roses Bühnenbilder, «fadenscheinig und verschlissen» wie nach mehreren Saisons und Tourneen sähen sie aus; an Egon Madsen sei sein blendendes Aussehen das Beste, Ray Barra wirke wie ein «etwas heruntergekommener Don Giovanni». Márcia Haydée machte den Kritiker nicht glücklich, allenfalls Anita Cardus gebe eine «legitime Puschkin-Figur» ab. Die Rede ist von der Stuttgarter Uraufführung von John Crankos «Onegin» 1965, der Text erschien am 15. April des Jahres in der Stuttgarter Zeitung unter der Überschrift «Ein Ärgernis».
Das Debussy-Stück «Brouillards» wurde ein «Programmfüller» genannt. Wenig Federlesen machte damals die Großkritik zwischen 1961 und 1973. Tage bevor Cranko starb, spitzte in New York Anna Kisselgoff ihren Bleistift, schrieb Birgit Keil für ihre Odette in Grund und Boden. Da protestierte das amerikanische Publikum und schickte körbeweise wütende Leserbriefe zu ihrer Verteidigung. Der Mann, der den Begriff «Stuttgarter Ballettwunder» prägte, war kein Deutscher, sondern der amerikanische Gegenspieler Kisselgoffs: Clive Barnes.
Über das zweite Shakespeare-Ballett Crankos hieß es, ein «wegweisender Beitrag zum zeitgenössischen ...
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Man mag es kaum glauben. Das Dictionnaire de la danse von Larousse (1999) verzeichnet keinen Eintrag zu Boris Charmatz. Gäbe man es heute heraus, müsste er eine Seite füllen. Seine Kompanie, die Association Edna, hat sich gerade in zwei Abteilungen gespalten, eine für den Tourneebetrieb, eine für künstlerische Recherche und Pädagogik. Nur so kann sie ihr Pensum...
Ido Tadmor and David Dvir, two popular Israeli choreographers, are to form a modern dance troupe as a unit in the army, in order to prevent young talents from pursuing their professional education abroad and avoiding military service by various semi-legitimate means. An IDF spokesman confirmed that Brigadier General Eli Shermeister, chief education officer, has met...
Man kann sich lebhaft vorstellen, was Johann Kresnik aus diesen Thema gemacht hätte. Warum er hat es nur nie aufgegriffen für sein Choreographisches Theater? Der homosexuelle französische Schriftsteller Jean Genet, ungeliebt aufgewachsen bei Pflegeeltern und bereits mit fünfzehn Jahren wegen Diebstahls im Knast, bringt doch alle Ingredienzen für eine...
