kiel: Yaroslaw Ivanenko: «Faust»

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Faust deklamiert seine Seelennot in niederländischer Sprache. Bis putzige Wesen mit schwarzer Fellperücke geisterhaft durch die Düsternis seines Studierzimmers huschen. Aus einer dieser Larven schält sich ein smarter Glatzenmann, der dem alternden Denker nun in antiquiertem Englisch antwortet. Ein Pakt wird geschlossen, und der wendige Anzugträger reibt sich grinsend die Hände, dass ihm ein gefälliger Kunde für seine faulen Anleihen ins Netz gegangen ist.

Der Sinn der anfänglichen Sprachverwirrung wird sich im Laufe des Stücks nicht aufklären.

Bis auf dass der Südafrikaner Llewelyn Malan als Alter Faust und der Engländer Edward James Gottschall als Mephisto sich kurzzeitig ihrer Muttersprache bedienen. Ansonsten haben in Yaroslav Ivanenkos «Faust»-Ballett am Opernhaus Kiel ohnehin die Körper das Sagen. Und die Musik. Faust, nun getanzt von Alexej Irmatov, tut sich schwer. Die Verjüngungskur erfolgt ganz zeitgemäß unter dem Messer des Schönheitschirurgen. Nun weiß der Schreibtischtäter nicht wohin mit seiner Energie, springt plötzlich auf, turnt wie ein dressiertes Äffchen und fällt ins Koma. Immer wieder liegt er flach auf dem Rücken, und erneut fragt sich der Zuschauer: warum?

Auf ...

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Tanz Mai 2014
Rubrik: kalender und kritik, Seite 36
von Irmela Kästner

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