Kevin O’Day und Robert Glumbek
John Neumeier nannte seine Choreografie 1984 «Mozart 338». Kevin O’Day betitelt seine Mozart-Interpretation «Concerto 622». Beide verbündeten sich mit renommierten Modemacherinnen: Jil Sander entwarf für das Hamburg Ballett knallige Kostüme, Dorothee Schumacher nun kreiert für die Damen des Ensembles: überaus dezent und trotz gelegentlichem Glamour von erlesenem Geschmack.
In «Concerto 622» tritt die Ausstattung ganz zurück. Schwarz wie die Bühne hat Dorothee Schumacher die Hosen gehalten, kleidet die zwei Paare dennoch mit viel Liebe zum Detail.
Denn Kevin O‘Day hört aus der Komposition eine Fülle von Kapriolen heraus, die sich körperlich umsetzen lassen sollen. Ohne human touch geht es bei ihm nicht. Was auch immer sich die dreizehn Tänzer da zuflüstern: Es bleibt dem Publikum verborgen. Mannheims Ballettdirektor baut auf modernes, sportives Bewegungsmaterial, um als ehemaliger Musiker «nah an der Partitur» zu arbeiten. O’Day gelingt es so, Mozarts Zeitlosigkeit in einen zeitgenössischen Kontext zu kleiden, der zwar immer wieder Geschichtliches assoziiert, bei aller Virtuosität doch sein Geheimnis nicht verliert.
Das ist auch bei «Hidden Places» nicht viel anders, dem ...
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