Karin Sharp-Gurtner

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Sie sagen, Pilates kann man nicht erklären, nur erfühlen. Es ist in der Tat schwierig, die Methode in wenigen Worten zusammenzufassen. Es geht um inneres Gleichgewicht, um die Balance zwischen Kraft und Beweglichkeit, um eine präzise Wahrnehmung und Ausrichtung des Körpers. Die positiven Auswirkungen des Trainings sind sehr schnell spürbar. Wir sehen das Tag für Tag, unsere Kursteilnehmer blühen mitunter richtig auf oder finden mit Pilates zu einer Lösung von Problemen, derer sie sich gar nicht bewusst waren.

Mein Vater ist eines der bes­ten Beispiele: Nach jahrelangem Krafttraining war er zwar etwas viereckig, aber davon überzeugt, in toller Form zu sein. Eines Tages hat er gemerkt, dass er einfache Pilates-Übungen nicht ausführen konnte. Das hat ihn genervt, und er hat versucht zu verstehen, worum es geht. Heute hat sich sein Golfspiel erheblich verbessert, er ist insgesamt ein ausgeglichener Mensch. Denn bei Pilates geht es nicht nur darum, den Körper zu trainieren, die Methode hat auch einen geistigen Aspekt. Ich selbst habe mich in den letzten Jahren verändert, ich bin anpassungs- und genussfähiger geworden und habe meine Schweizer Strenge verloren.

 

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Tanz Juni 2010
Rubrik: praxis: die lehrerin, Seite 72
von Anna Hohler

Vergriffen
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