Josette Baïz: «Ulysse»

Josette Baïz: «Ulysse»

Tanz - Logo

Der französische Choreograf Jean-Claude Gallotta wollte ursprünglich Clown werden. Die humoristische Ader hat er sich denn auch nie ganz verkneifen können. Seine Kompanie in Grenoble, im Rang eines Centre chorégraphique national, heißt noch immer Groupe Emile Dubois. Eine Farce. Schräg und grotesk «spielte» er selbst vor Kurzem den Odysseus in der Wiederaufnahme von «Ulysse», seinem Klassiker von 1981. Josette Baïz flog darin im weißen Kostüm über die Bühne. Choreografie war da noch Ausdruck von Lebensfreude und Zukunftsdrang.

Da passt es, wenn Baïz heute mit ihrer Groupe Grenade «Ulysse» für Kinder bearbeitet. Nicht für die Kinder im Saal, sondern für die auf der Bühne. Vorläufer war «Trois Générations», ein Dreiteiler, in dem Kinder von Grenade dieselbe Choreografie interpretierten wie Gallottas Kompanie.
Grenade ist in Aix und Marseille angesiedelt und bietet den kleinen Teufeln ab sechs Jahren Ausbildung und Perspektive als Berufstänzer. Baïz besitzt schier unerschöpfliche Reserven jenes Optimismus der heute in der Szene so sehr fehlt. Ihre Begeisterung trägt die Kinder, deren Energie wiederum alle ansteckt.  In diesem «Ulysse» entpuppen sich kindliche Einfachheit und Direktheit ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz August/September 2008
Rubrik: Der Kalender, Seite 80
von Thomas Hahn

Vergriffen
Weitere Beiträge
Nature Theater of Oklahoma: «Rambo Solo», «Romeo and Julia»

Pavol Liska und Kelly Copper, Sie leiten das Nature Theater of Oklahoma in New York. Schon Ihr erstes Stück, «Poetics», war ein Tanzstück, genauer: ein ballet brut.
Liska: Vier Jahre, von 1998 bis  2002, haben wir überhaupt kein Theater gemacht und nicht gedacht, je wieder damit anzufangen. Aber dann wurden wir doch wieder neugierig und näherten uns allem aus der...

Was denkt Roberto Casarotto

I have a simple working hypothesis: Promoting young work is good. It is less simple, though, to define what actually constitutes young work. Within the Anticorpi XL Network (an Italian network created by organisers of eight Italian regions to support young independent dance and performance artists) we consider “young” all those who have been choreographing for less...

Shot AG: «Cinderella 08»

Um dem Cinderella-Komplex eine begreifbare Gestalt zu geben, schnallen sich Nora Schott und Ariane Thalheim Schlittschuhe an und zeigen, wie wenig Spielraum sie im Theater haben. Gut eine Stunde stehen die beiden wie auf tönernen Füßen. Während immer wieder der Soundtrack aus der legendären «Cinderella»-Serie erklingt, kommen sie kaum von der Stelle. Auf Kufen...