Johan Inger: «Position of Elsewhere»
Eine leere Bühne in monochronem Grau, darüber ein gewaltiger Kronleuchter. Das Licht fällt gerade herab, bildet scharf abgegrenzte Ringe auf dem Boden, die an die strikten Linien von Mondrian-Kostümen in der 1960ern erinnern. Die Tänzer erobern die Bühne in kleinen Gruppen, ihre Bewegungen sind synchronisiert, klassische Ballettpositionen sind angedeutet, doch immer schert einer aus. Die Symmetrie wird gebrochen, das Licht ändert seinen Einfallswinkel, die Tänzer lösen sich aus ihren Formationen.
Mit «Position of Elsewhere» gibt Johan Inger seinen Ausstand als künstlerischer Leiter des Cullberg Balletts. Der Titel könnte auch sein Lebensmotto sein. Nach fünf Jahren bei Cullberg kündigte Inger im letzten Sommer. Seine Position im Anderswo will er nun als freier Choreograf suchen, doch nicht, ohne die verlässlichen Koordinaten aufzugeben, wie sie die Zusammenarbeit mit Jens Sethzman und Jean-Louis Huhta darstellen. Schon beim ersten abendfüllenden Werk für das Cullberg Ballett, «Point of Eclipse», 2007, standen sie für Lichtdesign und Musik. Diesmal spielt Huhta mit einem Klangteppich aus Geräuschen und elektronischen Loops, der dem Tanz Raum lässt. Sethzman lotet die Möglichkeiten ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Sie wuchsen in der Franco-Zeit auf und gehören wie Antonio Gades, Mario Maya und Cristina Hoyos zu einer Generation, die in den 1970er und 80er Jahren den traditionellen Flamenco entscheidend modernisiert haben. Bei Ihnen blieb der Flamenco ein spezifisch spanischer, eben andalusischer Tanz. Können ausländische Tänzer denn überhaupt die gleiche Ausdrucksfähigkeit...
Monte Carlo
«Étonnez-moi», soll Sergei Diaghilev zu Jean Cocteau gesagt haben. Unter diesem Titel gibt es nicht nur im Neuen Nationalmuseum von Monaco, in den Räumen der Villa Sauber und im Sporting d’Hiver, eine Ausstellung zum Thema «Serge Diaghilew et les Ballets Russes». Jean-Christophe Maillot, Direktor der Ballets de Monte-Carlo, scheint selbst mit seinem...
In der Nationalbibliothek von Paris suche ich Bildmaterial für eine Veröffentlichung über die Ballets Russes. Aus einer Plastikhülle nehme ich eine Fotografie von Vaslav Nijinsky, die den Tänzer im Kostüm von «Le Spectre de la rose» zeigt. Auf seinem Haupt befindet sich die berühmte mit Rosenblättern übersäte, von Léon Bakst erfundene Kopfbedeckung. Dieses Foto –...
