Jochen Ulrich
Es gibt einen sehr schönen Moment in Jochen Ulrichs Ballett «Campo Amor» am Linzer Landestheater: Wenn sich im Bühnenhintergrund ein Kulissenvorhang herabsenkt, der das Bild einer zuvor nur angedeuteten Theaterruine vervollständigt. Da spiegelt sich das Theater in sich selbst, als Raum und als Illusion, die das Innere des berühmten Kinos und Theaters Campo Amor in Havanna zeigt: als Ruinenkulisse.
Ulrich hat sich viel Mühe gegeben mit dieser neuen Arbeit, die vom Publikum der oberösterreichischen Landeshauptstadt erfreut aufgenommen wurde.
Nach einem filmhaften Projektionsvorspann mit Titel und Text, der von einer getragenen Stimme aus dem Off vorgelesen wird, quillt eine große weiße Stoffblase aus dem Orchestergraben, der allerlei Figuren entspringen. Sie tanzen zu Monteverdis live gespieltem und gesungenem «Il Combattimento di Tancredi e Clorinda». Einer der Sänger thront gar im Zentrum eines Fadenkreuzes auf einem Hochsitz.
Auf Monteverdi folgt als Orchestersuite und Klaviersolo Philip Glass’ «The Hours» und dann Purcells «Arie des Genius der Kälte», die durch Klaus Nomis überirdische Interpretation zu einer Pop-Nummer geworden ist.
Die Protagonisten Tancredi und Clorinda ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Immer auf dem Sprung
Von Afrika nach Europa, von Europa in die USA, von Porto nach Oslo. Für Tänzer gibt es mehr Grenzen, als ihnen lieb sein kann.
Faustin Linyekula zum Beispiel. Der Mann im Zeitungsrock. Er erzählt von einer wahren Odyssee. Oder Ecotopia: Eine Agentur sucht die Löcher im Zaun. Natasha Hassiotis fragt, warum wir so viele Grenzen haben
Die modernen...
Wenn Medienpräsenz ein Indikator dafür ist, was uns bewegt, dann gibt es in den letzten Jahren einen klaren ersten Platz: das Wandern. Wir pilgern mit TV-Moderatoren zum Lebenssinn und stärken unseren Glauben an das Leistungsprinzip mit Auswanderer-Soaps. «Mein neues Leben» beginnt mit «Goodbye Deutschland». Wahrlich, unsere Sehnsucht ist grenzenlos. Aber jedes...
ist der bekannteste Choreograf in Maputo, Hauptstadt von Mozambique. Seine kleine Tanzorganisation «CulturArte» ist ein Büro im ersten Stock an der Avenida Mao Tse Tung. «Meine Schaltung nach Europa», sagt er. Ohne die Brüsseler Schule P.A.R.T.S, das portugiesische Tanzfestival Alkantara und das französische Kulturzentrum in Maputo gäbe es keinen Choreografen...
