jiří und otto bubeníček
«Otto ist immer dabei.» Jiří Bubeníček lässt keinen Zweifel daran, welche Rolle der Bruder in seinem Leben spielt. Selbst wenn sie nicht unmittelbar zusammenarbeiten, was bisher überhaupt erst einmal in New York geschehen ist, tauschen sie ihre Gedanken und Gefühle aus. Jiří und Otto sind nicht irgendwer. Sie waren die Ballettzwillinge per se, sind jetzt Les Ballets Bubeníček, wie sich die beiden 41-Jährigen inzwischen selber nennen: ein Tänzer-Tandem, das lange Zeit beim Hamburg Ballett auf der Bühne stand, bevor sich 2006 erst einmal die Wege trennten.
Während Otto, der zehn Minuten Ältere, bis zu seinem Karriere-ende bei John Neumeier bleibt, will Jiří Bubeníček noch andere Bewegungssprachen am eigenen Leib erfahren, bevor er selbst richtig choreografiert. Das ist am Semperoper Ballett Dresden möglich. Mit Werken von David Dawson, Alexander Ekman, William Forsythe, Johan Inger, Jiří Kylián und Kenneth MacMillan sorgt Ballettdirektor Aaron S. Watkin dort für ein weit gefächertes Choreografie-Spektrum. Genau das braucht Jiří Bubeníček, um seine eigene Farbe zu finden.
Inzwischen haben sich beide mehr oder weniger als Tänzer von der Bühne verabschiedet. Eine Tour durch die ...
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Tanz Juni 2016
Rubrik: Menschen, Seite 24
von Hartmut Regitz
Die Luft vibriert. Ein Duett? Ein Duell. Zwei, die sich so leidenschaftlich anziehen wie abstoßen, umkreisen einander. Virtuos. Bis der Mann, ganz in Schwarz, und die Frau, ganz in Rot, die Contenance verlieren – und er sie erwürgt. «Lights out» rockt dazu Little Walter. So dramatisch geht es nicht in allen Tanz-Splittern zu, die sich am Theater...
Sie schlägt ihn grob mit einem Blumenstrauß, das Gesicht wutverzerrt: rechts, links, rechts. Dann die Anweisung des Choreografen Arthur Pita: «Nein: rechts, links, und dann greifst du ihren Arm ... oder warte, so stimmt es immer noch nicht ganz ...» Etwa eine Viertelstunde dauert es, um ein paar Sekunden dieses amourösen Tobsuchtsanfalls zu inszenieren, dann...
Das Ziel vor Augen, kann man schon mal getrennte Wege gehen. Beide Kreationen, so deutlich, ja demons-trativ sie sich voneinander unterscheiden, kommen jedenfalls beim Publikum blendend an. Und auch die Akteure des Nederlands Dans Theater 1 scheinen sich in ihrer Gegensätzlichkeit zu gefallen: in sich gekehrt, tanzen sie fast somnambul in «Shut Eye» von Sol León...
