Jenseits

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Computer sehen und entscheiden anders als Menschen. Unsere Augen suchen stets die Abweichung, um Freund von Feind, Gefahr von Genuss zu unterscheiden. Der Computer, ist er mit einer Video­kamera verbunden, erkennt erst mal nur Ähnlichkeiten. Er kann nicht anders. Für sein Werk casino social stellte der in Berlin bei Thomas Ruff studierte Künstler pablo zuleta zahr eine Kamera in die U-Bahnstation Baquedano seiner Heimatstadt Santiago de Chile. Was der Computer aus den Bildern filtern kann, sind zunächst die Farben von Kleidungsstücken und Accessoires.

Rote Rucksäcke, Pullover und Kleider sortiert er nach einem schon von John Cage verwendeten Verfahren in eine Schublade; blaue Hosen, Hemden und Anzüge in eine andere. Über 8000 Personen ordnet er so in ein aus Streifen bestehendes Bildgerüst. Durch die mathematische Struktur, die der Bilderkennung zugrunde liegt, entsteht etwas, das an eine Notation erinnert. Das Tableau «Männer in Rot» etwa er­zeugt wie in einem guten Ballett nahezu homogene Konstellationen, die sich reiben an der Indivi­dualität der zufällig vorbeispazierenden Passanten. Herausgefiltert und sortiert, zeigt Pablo Zuleta Zahr in «Casino Social» den Widerspruch ...

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Tanz August/September 2008
Rubrik: Jenseits, Seite 114
von

Vergriffen
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