jann gallois
Sie sieht aus wie eine adrette junge Frau – Kurzhaar-Frisur, hinreißendes Lächeln, schnieker Rock. Weshalb man sich kaum vorstellen kann, dass Jann Gallois, nunmehr 25 Jahre alt, sich mit 15 Jahren in die betonierten Untergeschosse der Pariser Metro-Station Les Halles flüchtete, um der elterlich vorgezeichneten Laufbahn als klassische Musikerin oder Musterschülerin zu entgehen. Hip-Hop war für sie eine Art Wiedergeburt. Entdeckt hat sie ihn (und damit das, was ihre ganze Leidenschaft werden sollte) dank der französischen Szenegröße Thony Maskot.
Um der Vielseitigkeit willen nahm Jann zugleich Unterricht in Schauspiel und zeitgenössischem Tanz an der Schule von Peter Goss. Parallel trieb sie ihre autodidaktische Arbeit voran.
Schnell wurde sie vom Festival «Suresnes Cités Danse» entdeckt, tanzte in Choreografien von Sébastien Lefrançois, Sylvain Groud, Angelin Preljocaj – bevor sie selbst anfing zu choreografieren. 2012 gründete sie ihre eigene Kompanie, BurnOut. Schon ihr erstes Solo «P = mg», das um die Schwierigkeit kreiste, überhaupt vom Boden abzuheben, zeichnete sich durch enorme Eigenwilligkeit aus und bescherte ihr Preise von Paris über Stuttgart bis Jerusalem. Ihre neueste ...
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Tanz Jahrbuch 2015
Rubrik: die hoffnungsträger, Seite 164
von Agnès Izrine
Ein denkwürdiger Moment: Als sich 2001 im Londoner Royal Opera House der Vorhang nach dem ersten Akt senkt – es ist Alina Cojocarus Debüt als Giselle an der Seite ihres Partners Johan Kobborg –, blicke ich mich im Saal um und sehe etwas, das ich schon viele Jahre nicht mehr erlebt habe: Zuschauer, die sich die tränennassen Gesichter trocknen.
Alinas Wahnsinns-Szene,...
In einem Interview zu meinem letzten Stück «Now I Lay Me Down» fragte mich die Gesprächspartnerin: «Holen Sie mit Ihren Arbeiten in lichtlosen Räumen durch die Hintertür die Große Oper zurück?» Ich war total verblüfft, verstand zunächst gar nicht, warum eine musikalische Performance – in dem Fall ohne Gesang – in einem lichtlosen Raum «Große Oper» sein sollte:...
beim Wachsen zuzusehen, ist ein unglaubliches Vergnügen. Immer wieder bin ich überrascht. Und fasziniert und manchmal auch gerührt. Natürlich haben Israel Galván, Andrés Marín und Belén Maya den Weg bereitet, aber an ihnen haftet das Flamenco-Etikett wie diese kleinen Klebeschildchen, die man nicht vom Finger bringt. Erst dieser selbstbewussten, willensstarken und...
