isaac hernández
Wenige Tage, bevor unser Gespräch stattfinden soll, besuche ich das Londoner Coliseum Theatre, um Isaac Hernández in der aktuellen «Corsaire»-Produktion des English National Ballet tanzen zu sehen. Allerdings nicht in der Titelrolle des Piratenanführers Conrad, den er an anderen Abenden verkörpert, sondern als Sklave Ali. Die übrigen großen Partien sind mit herausragenden Tänzern besetzt – und doch ist es Hernández, der seinen Kollegen die Show stiehlt.
Sein scheinbar müheloser, geschmeidiger Bewegungsfluss erweckt den Eindruck, als sei dieser Tänzer nicht allein von der Kraft seiner Muskeln und Lungen angetrieben, sondern obendrein von einer höheren Macht befeuert: Kein rasend pochendes Herz ist unter der elfenbeinernen Haut seiner nackten Brust auszumachen, kein noch so leises Anzeichen von Erschöpfung. Frappierender noch als Hernández’ geschmeidig ausgreifende Kreise und federnde Sprünge ist der überwältigende Eindruck, dass er restlos in seiner Rolle aufgeht – und die Figur des Ali selbst beim Schlussapplaus nicht abgelegt hat. Keine Frage: Der 25-jährige Isaac Hernández zählt zu der seltenen Spezies des eingefleischten, dabei technisch höchst kultivierten Bühnentiers.
Vater ...
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Tanz April 2016
Rubrik: Menschen, Seite 26
von Mike Dixon
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im mai: pina bausch
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