interface
erhielt 2014 für ihr Stück «Teruel» den Publikumspreis des Off-Festivals von Avignon. Die Kompanie aus Sion in der Schweiz verwirklicht konsequent ein Konzept, mit dem sie vor 25 Jahren begann. Finanziell unabhängig und als Stiftung organisiert, wagt die Truppe immer komplexere Projekte, besitzt ein eigenes Theater, vernetzt sich lokal wie global und verteidigt ihre Freiheit erfolgreich. Eine Utopie? Interface, gegründet und geleitet von Géraldine Lonfat und André Pignat, hat ein Repertoire von inzwischen sechs Stücken aufgebaut, die zwei- bis vierhundertmal aufgeführt werden.
Inzwischen helfen dreißig Unternehmen oder Privatpersonen, Projekte zu finanzieren. Auch staatliche Subventionen fließen. Zu Beginn hatte Interface diese Förderung bewusst abgelehnt, aus Angst vor der Abhängigkeit von einer einzigen oder stark dominanten Geldquelle. Aus einer starken Position heraus entwickelt man heute ein Konzept der ethischen Verantwortung, das für die Kompanie selbst und ihre Förderer gilt. Es lautet: Was immer wir tun, es muss positive Auswirkungen auf die Gesellschaft haben. In langfristigen Partnerschaften arbeitet Interface mit Unternehmen, die nicht nur Geld verdienen, sondern ...
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Tanz Jahrbuch 2015
Rubrik: die hoffnungsträger, Seite 166
von Thomas Hahn
Nicki Lisztas Tanz tut weh. Im ganz realen Sinne, ihre Tänzer und Darsteller werfen sich auf den Steinboden, knallen gegen Wände, hangeln über Glasscherben. In Stuttgart, wo die freie Szene trotz geduldigen Päppelns durch die Stadt regelmäßig neben Ballettkompanie und Gauthier Dance untergeht, setzt die Choreografin abseits der gewohnten Off-Locations einen echten...
Es gab beim letztjährigen Berliner «Tanz im August» mit Marcos Moraus La Veronal ein Ensemble, das später als Shooting-Truppe der Saison herumgereicht wurde. Mit Recht. Was Morau in «Siena» mit wunderschönen Tänzerinnen in einem Museumsambiente – Tizians «Venus von Urbino» an der Wand – entfesselte, war so fein anzusehen wie spannend rätselhaft. Zu barocken Klängen...
Für den Choreografen und Direktor des Ballett am Rhein, Martin Schläpfer, ist die Theaterbühne ein magischer Ort, an dem er den Zuschauer verzaubern, berühren und zum Nachdenken anregen möchte. Umgekehrt aber auch ein Ort, den Schläpfer in seiner Vorbestimmtheit immer wieder neu zu begreifen sucht. Zuletzt geschah das besonders intensiv bei ««DEEP FIELD», in der...
