Inframen

Der Fotograf Nir Arieli leuchtet Tänzern unter die Haut

Tanz - Logo

Es ist die Haut. Die Haut arbeitet, als Teil des Stoffwechsels, als Spiegel der Psyche. Man weiß das, aber man sieht es selten so deutlich wie in den Porträts der jungen Männer von Nir Arieli. Die Haut wird eine Landschaft voller Leben, durchlässige Membran, irritierte Schnittstelle zwischen Innen und Außen, unruhiger Ort der Kommunikation. Und nicht zur geschönten Oberfläche verschlossen, so wie man sich im Alltag präsentiert.

Devon, Garth, Kyle und Austin – nur mit Vornamen nennt Arieli seine Modelle, das passt zur Intimität der Bilder.

Sieht man, dass es Tänzer sind? Nicht unbedingt, wohl aber, dass es um Bewegung geht. Bei Kyle und Austin lassen die wirbelnden Haare vermuten, dass der stillgestellte Moment aus einem Werfen des Kopfes gegriffen ist. Die Bewegung ist hier allgemein tiefer angelegt. Unter der Haut eben.

Für Nir Arieli sind Tänzer als Modelle etwas ganz Besonderes. Sie verkörpern für ihn die Spannung zwischen der Kraft des Körpers und der Fragilität der Seele mehr als andere Männer. Es gibt ein Bild von Männlichkeit, das Kraft mit der Beherrschung von Gefühlen, vielleicht gar ihrer Unterdrückung in Verbindung setzt. Tänzer sind schon durch ihren Beruf auf das ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz März 2014
Rubrik: bewegung, Seite 4
von Katrin Bettina Müller

Weitere Beiträge
Marco Goecke

Wie sind Sie überhaupt zum Zeichnen gekommen. War das wichtig für Sie?

Sehr. Schon als Kind. Lange vor dem Tanzen war das Zeichnen mein nächstliegendes Ausdrucksmittel. Ich erinnere mich noch gut daran, dass ich als Kind, als Jugendlicher nachts angefangen habe zu zeichnen und darüber die Zeit völlig vergessen habe – so, dass ich es am nächsten Morgen gar nicht...

Highlights

wien_________
imagetanz

«Who cares?», fragt die neue Festival-Kuratorin am brut, Katalin Erdödi, um Künstler zu bitten, Schlupflöcher in die vorgeblichen Rundum-Sorglos-Pakete der österreichischen Sozialpolitik zu bohren. Natürlich geht es wieder um den bedingungslosen Körper beim «Grundeinkommens-tanz». Sarah Vanhee plädiert für gutartige Viren, die auch die...

Brüssel: «Mono»

«Mono» bleibt der Zuschauerin im Hirn stecken wie ein düsterer Traum: der Anblick einer Gruppe von Leuten in ihrem eigenen Kosmos. Was sie beschäftigt, ergründet man nicht, glaubt aber, nah dran zu sein an ihrer Logik, immerzu kurz vor der Erkenntnis. Die Bühne wird zu einem Zwischenraum, in dem sich etwas darbietet und zugleich entzieht, etwas, das nie deutbare...