In Wien
Martina Hochmuth und Georg Schöllhammer, Publizist und Herausgeber der Kunstzeitschrift springerin, stellten elf Panels zusammen, die sich systematisch je einem der zentralen Begriffe widmeten, die in der Praxis und der Reflexion der vergangenen Jahre wichtig waren. Theorie seit dem Boom des Performativen, Research, Collaboration, Zuschauer und Performativität wurden in Vorträgen diskutiert. Es kamen Kuratorinnen, Ausbilder und Politikwissenschaftler zu Wort, die die Veränderungen im Bereich Kunst und Kultur in ihrem jeweiligen Feld in den Blick nahmen. Ist es zehn Jahre nach «Nom donné par l’auteur» damit vorbei? Auch mich überfiel diese Frage, nachdem ich eine Einladung zur Teilnahme an der Tagung bekam.
Eine theoretische Aufarbeitung der vergangenen zehn Jahre scheint mir so unnötig wie ein Kropf. Warum? Weil sie bereits stattgefunden hat, in einem ständigen Geben und Nehmen zwischen künstlerischer Praxis und theoretisch-kritischer Reflexion. Theorie und Praxis waren nie voneinander getrennt, gehörten als gleichwertige Partner dem gleichen Diskurs, dem gleichen Feld von Aussagen an, ohne dass die Theorie der Kunst dabei als Vorschrift vorausgegangen wäre (weder Xavier Le Roy noch ...
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Wagner Schwartz zieht über seinen nackten Körper eine Schürze, bindet sie sorgfältig am Rücken zusammen, breitet akkurat die drei Meter Stoffbahn, aus der die Schürze besteht, auf den Boden aus und lässt sich selbst mit nacktem Popo auf diesen nieder. Kapriziös und anmutig wie eine japanische Geisha. In der nächsten Viertelstunde wird Wagner Schwartz eine Flasche...
Umgangssprachlich meint der brasilianische Ausdruck «Samba do crioulo doido» (Samba des verrückten Kreolen) Verwirrtheit. «Samba do crioulo doido» nennt sich nicht ganz zufällig auch die neue Arbeit des in São Paulo lebenden Tänzers und Choreografen Luiz de Abreu. Denn was er tanzt, stiftet Verwirrung. Er wirbelt und verwirbelt die Themen eines Landes voll sozialer...
Mahlzeit! Noch vor der Vorstellung schlägt sich der Bayer den Bauch voll. Kariertes Hemd, kariertes Tischtuch: Harald Stieger und Imme Kachel haben Bühnenbild und Kostüm aufeinander abgestimmt. Das Bier, der Braten: sie dürfen nicht fehlen. Wer immer der Prolet ist, der sich vor dem Publikum so offensichtlich produziert: Er hat gut sein. Seine Welt scheint in...
