illusionen
Noé Soulier, Sie gelten als junger Überflieger, lernten zuerst Ballett, gingen dann an die Ausbildungsschule P.A.R.T.S. nach Brüssel und studierten gleichzeitig Philosophie. Warum interessieren Sie sich für Ballett? Im Ballett wird Emotion von Bewegungen ausgelöst, hinter denen eine Technik steht, die Teil einer Systematik ist. Es scheint mir interessant zu sein, diese emotionale Konstruktion auf der Bühne neu aufzurollen, ohne eine Handlung darüberzulegen. Ich will, dass das Vokabular als solches in Erscheinung tritt.
Sie wenden sich an Anhänger des zeitgenössischen Tanzes, die diese Schritte gar nicht kennen. Ballettomanen wiederum suchen doch zuerst Poesie und Fantasie. Das stimmt, aber die reine Beschaffenheit dieser Schritte ist visuell reizvoll. Ich verwende außerdem nicht nur das Schrittmaterial, sondern auch das pantomimische Vokabular des Balletts. Mich interessieren Figuren, die sich über lange Zeit entwickelt haben und teils noch aus der Commedia dell‘Arte stammen und Volksgut sind. Denn sie spiegeln die Motorik und die gestischen Gewohnheiten der westlichen Welt wider. Von daher ist also ein Bezug zu allseits bekannten Mustern gegeben, die in jeden von uns eingesickert ...
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Tanz Jahrbuch 2015
Rubrik: Wahrheit, Schock, Nervenkitzel, Seite 66
von Thomas Hahn
Für den Choreografen und Direktor des Ballett am Rhein, Martin Schläpfer, ist die Theaterbühne ein magischer Ort, an dem er den Zuschauer verzaubern, berühren und zum Nachdenken anregen möchte. Umgekehrt aber auch ein Ort, den Schläpfer in seiner Vorbestimmtheit immer wieder neu zu begreifen sucht. Zuletzt geschah das besonders intensiv bei ««DEEP FIELD», in der...
Brigitte Lefèvre, Sie haben am Pariser Opernballett ein Repertoire aufgebaut, das von Pina Bausch bis William Forsythe, von Filippo Taglioni und Pierre Lacotte bis Wayne McGregor reicht. Also von tradition totale bis innovation totale. Dabei war nicht nur fast alles vertreten, was in der Welt des Tanzes Rang und Namen hat – sondern auch jede denkbare emotionale...
nimmt den Tanz ernst. Er ist bei ihm keine Deko. Kein Kunsthandwerk, geflochten aus attraktiven Körpern. Seine Stücke sind meist heiß, in manchen Momenten kalt, nie lau. Sie überwältigen, sie wüten, sie rocken, aber nicht auf Art einer Unterhaltungsshow. Man spürt Leidenschaft in ihnen, aber in den jüngeren doch auch eine feine, kluge Ironie.
Allemal verzichtet...
