Hyperraum
Im Zeitalter digitaler Medien mutiert der Theaterraum zum Hypermedium. Theater wird zum Ort, an dem die traditionellen Künste Tanz, Schauspiel und Musik mit Hilfe neuer Technologien interagieren und die Grenzen der Künste durchlässig machen. Die Zeit der intermedialen Kunstformen und Theorien hat begonnen. Waren es zuerst Film und Fernsehen, die Formen des Theaters nachbildeten, trat schon bald der umgekehrte Effekt ein: das Eindringen der TV- und Filmtechnologien in die Kunstformen der darstellenden Künste. Ende des 20.
Jahrhunderts führte das zu einem regelrechten Boom an Film- und Videoprojektionen in Tanz- und Theaterproduktionen, aber kaum je zu einer echten Synthese.
Der Prager Künstler Jan Mukarovsky polemisierte bereits in den 1930er Jahren gegen das Nebeneinander der verschiedenen Kunstformen im Theater. In seinen Augen sollte die Verbindung verschiedener Komponenten einer Theaterperformance zu einer neuen Kunstform führen. Nur ging vor lauter Technikbegeisterung und Projektionssehnsucht oft der Sinn der Sache verloren, Choreografen und Regisseure versuchten eher einander zu übertreffen mit noch mehr und noch größeren Screens. Eine inhaltliche Notwendigkeit oder szenische ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Rosalie
Die Bewegung des Tänzers ist raumfüllend, zugleich muss der Raum dem Tänzer maximale Freiheit ermöglichen: heißt hier, dass immer auch etwas anderes bewegt und berührt werden soll – grenzüberschreitend – erweiternd – beflügelnd.
(Ist Grenzenlosigkeit identisch mit Freiheit?)
Raum ist Fantasieraum, ist geistiger Raum, ist Innenraum = Aussenraum
Raum, Bewegung...
Hoffnungsträger im Tanz? Wenn ich darüber nachdenke, trage ich eine Menge Hoffnung mit mir rum. So hoffe ich ganz doll, dass die WM-ähnliche Vereins- und Netzwerkeuphorie außer großen Parteitagen auch ihre Gegenbewegung erzeugt. Über unsere Erfolge haben wir 2006 genug geredet, jetzt hoffe ich auf vermehrte künstlerische Eigensinnigkeit. Keine Regierungserklärungen...
Das Stück
«Cursive – A Trilogy» von Lin Hwai-min: am 1. Dezember 2001 tanzte das Cloud Gate Dance Theatre of Taiwan eine Kalligrafie, die zwei Jahre später ihre europäische Erstaufführung in Weimar erlebte: Lin Hwai-mins Auseinandersetzung mit der Kunst der Zeichen, die sich mit der Zeit zu einem Dreiteiler erweiterte. In diesem Frühsommer wurden alle Stücke in...
