Hommage à Tatjana
Eine «Fanatikerin des Anspruchs» hat Klaus Geitel sie einmal genannt. Andere bezeichnen Tatjana Gsovsky als «Neuberin des neuen Tanz», als «Zarin des deutschen Balletts», die das Tanzgeschehen im Nachkriegsdeutschland und darüber hinaus so nachhaltig beeinflusst hat. Wen hat Tatjana Gsovsky nicht alles zur Mitarbeit angestiftet! Wie visionär waren ihre Vorstellungen von einem Berliner Ballett, das zwar die halbe Welt bereiste, aber zu Haus nicht dauerhaft Fuß fassen konnte.
Wo immer man das Buch der Akademie der Künste aufschlägt, finden sich Hinweise auf eine historische Leistung, die seinerzeit nicht immer erkannt, geschweige denn gewürdigt wurde. Auf über 300 Seiten trug Max W. Busch zusammen, was über und vor allem was von Tatjana Gsovsky gesagt wurde. So entsteht im Nachhinein aus Notizen und Interviews eine geradezu «authentische» Autobiografie. Darüber hinaus fanden sich im Nachlass nicht nur Überlegungen über «Bühne und Saal», «Die Arbeit des Choreographen», «Der Wille zur Form» oder «Der zeitgenössische Tanz», sondern auch ein Manuskript mit dem einfachen Titel «An einen jungen Lehrer», das man jedem angehenden Pädagogen ans Herz legen möchte. Unwiederbringlich verloren ...
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