Historienwälzer
Wie kam es überhaupt dazu, dass Yuri Grigorovich das Bolschoi-Ballett jahrzehntelang in Zarenmanier regierte? Wer die Vorgeschichte dieses Kapitels der jüngeren Ballettgeschichte erfahren will, ist mit Simon Morrisons «Bolshoi Confidential» gut bedient. Auch wenn der Autor kaum Exklusives enthüllt, weil die Kulissendramen längst in der Welt sind. Sie so komprimiert zwischen zwei Buchdeckeln nachzulesen, ist dennoch ein Vergnügen – das sich zunächst so gar nicht vergnüglich anlässt.
Morrisons Wälzer nämlich beginnt mit dem Säureattentat, das Ballettdirektor Sergei Filin 2013 das Augenlicht kostete. Von da aus springt das Buch zurück ins Jahr 1776, zur Verleihung des einschlägigen Theaterprivilegs durch Katharina die Große, das zugleich den Grundstein für die Ballettkompanie markiert. Die kaiserlichen Majestäten, die Bolschewiken, die Herrscher des Sowjetimperiums – sie alle legten nacheinander Hand auf Truppe und Repertoire. Politik, Kunst und Zeitgeist schmiedeten eine Allianz und nährten gleichzeitig die Rebellion dagegen. Ein Name steht auch bei Morrison stellvertretend für den Widerstand: Maja Plissezkaja, die nur Grigorovichs Frühwerk gelten ließ, alles andere ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Januar 2017
Rubrik: Medien Januar 2017, Seite 63
von Dorion Weickmann
Ein Tanzstudium an der Universität – geht das? So fragten sich viele, als 2002 an der Universität Bern erstmals ein Nachdiplomstudiengang TanzKultur ausgeschrieben wurde. Während bei den Tanzinteressierten die Begeisterung groß war, zeigten sich die zuständigen Gremien skeptisch – nicht nur bezüglich der Wissenschaftlichkeit einer solchen Weiterbildung, sie...
Auditions
Das Ballett der Oper Graz sucht für die Spielzeit 2017/18 Tänzer (w/m) mit fundierter klassischer Ballettausbildung
Bewerbungsunterlagen (Lebenslauf und Fotos) bis zum 3. Februar 2017 an:
marion.eberl@oper-graz.com oder
Oper Graz, Marion Eberl, Kaiser-Josef-Platz 10, 8010 Graz, Austria
oper-graz.com
Das Tanztheater am Staatstheater Kassel
sucht...
Poppy N heißt dieser sehr junge Tänzer, ein kleiner, nur etwa hüfthoch gebauter Kerl. Da steht er, beim «State Festival Berlin», inmitten von Akademikern, die sich mit Emotionsforschung und künstlicher Intelligenz beschäftigen. Sein Schöpfer Théo Segonds vom Institut für Computerwissenschaft INRIA in Bordeaux kennt ihn seit fünf Jahren. Die Intelligenz des...
