Hinter den Kulissen
Peter Leonard ist Chef des Volkstheaters in Rostock. Provinz? Nichts da, immerhin tanzte seine Tante Sydney bei Balanchine und war Mitbegründerin des Boston Ballet. Nun brauchte er einen Nachfolger für seinen Ballettchef Leonard Fedianin. Er fand ihn im 42-jährigen Tschechen Bronislav Roznos aus Zwickau, denn nur in Provinzen weiß man, wie man um Publikum wirklich kämpft. Eine Rostocker Vorstellung der altbackenen «Csardasfürstin», so stand’s in ballet-tanz im November letzten Jahres, zählte 72 Besucher. Leonards neue Losung: Oma raus, Enkel rein.
Roznos findet das toll: «Kinder sind das ehrlichs-te Publikum überhaupt.»
Am Ballett der Mailänder Scala warf Elisabetta Terabust das Handtuch, Makhar Vaziev schmiss es am Mariinsky in St. Petersburg und ging an die Scala. Zusammen mit Terabust organisierte er ein obligates Vortanzen, einen «Concorso», der etwa alle sieben Jahre stattfindet und 15 Tänzern ein gesichertes Dasein im öffentlichen Dienst (= Corps de ballet) sichern soll. Vaziev besetzte aber nur sieben Stellen – jetzt droht das Ensemble mit Streik. «Ein guter Anfang», sagt der Russe.
Die Schweden kündigen. Nach Johan Inger am Cullberg Ballett sagt auch Anders Hellström am NDT ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Jérôme Bel, der große Intellektuelle unter den Choreografen, findet es traurig, dass es den großen Vorhang nicht mehr gibt. Nicht bei den modernen Stücken. In Paris, «in der Opéra Garnier gibt es noch zwei Vorhänge und jeder von ihnen hat mehrere Bewegungsarten beim Öffnen, das war faszinierend, aber vielleicht auch ein bisschen unnütz», sagt der Meister.
2001 in...
Christian Rach verlautbarte in der Kulturbeilage des Hamburger Magazins Der Spiegel: «Für mich hat Kultur zwei Aufgaben; entweder den Finger in die Wunde zu legen oder eine Welt zu schaffen, in der man sich verlieren kann. Beiden Aufführungen, dem ‹Nussknacker› des Russischen Staatsballetts und der Pferdeshow ‹Apassionata›, gelingt genau das.»
Rach, 51, ist...
Philippe Saire
«Il faut que je m’absente»
Funkelnde Glühbirnen, Strass und Pailletten. Pfennigabsätze, ein Zylinder, falscher Rauch und lange rosa Plüschohren … Auf den ersten Blick liegt der Titel etwas daneben: «Il faut que je m’absente» – «I really have to go now». Was soll das Ich («… je m’absente») in all dem Glamour? Und was soll dieses zögerliche,...
