Heldenstoff im Fokus

Neue Bücher über Rudolf Nureyev

Tanz - Logo

 

Rudolf Nureyev hat es gesagt: «Auf Technik greift man zurück, wenn einem die Inspiration ausgeht.» Das passt gut zum Portrait eines Tanzrebellen, den Aba Veblen im neuen Prachtband "Nurejew – Bilder eines Lebens" zeichnet.

Der im Henschel-Verlag erschienene, von Pierre-Henri Verlhac herausgegebene und von Vladimir Malakhov eingeleitete Fotoband zeigt vor allem den Lebemann Nureyev: auf einer Gala mit Alain Delon, auf einer Party mit Sharon Stone, beim Tee mit seiner Tanzpartnerin Margot Fonteyn.

Der Tartar als Star steht da stets so ungezwungen heiter rum wie auf Proben oder kurz nach seinen Auftritten.

Er war ein Weltrekordler der Tanzgala, ein Alchimist im Heilkräutergarten der Ballett-Tradition, ein Männerversteher, der jede Partie in die Gewinnzone brachte – das ist der sichtbare, fotografierbare Heldenstoff für Menschen, die gern Menschen auf Fotos anschauen.

In Wahrheit riss Nureyev unermüdlich Mauern zwischen Moderne und Ballett ein, vermittelte zwischen den Medien und der wenig mondänen Klausur im Ballettsaal, bekehrte 5000 Zuschauer am Abend im Pariser Palais du Sport zu Ballettverrückten – aber wie soll man das zeigen?

Er konnte das Ballett vermarkten, ohne es zu ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen
Weitere Beiträge
Matteo Levaggi: «Petrouchka» und «Dido and Aeneas»

Matteo Levaggi, 30 year-old resident choreographer of Balletto Teatro di Torino, has premiered a new “Petrouchka” of his very own in Modena: with no need to play through the plot again, there is all the more need for pure dance. The characters of the original ballet can just about be discerned, thanks only to their familiarity.

First of all, Stravinsky’s score is...

Forsythe Company

Tournee-Kompanien, zu denen trotz fester Standorte auch die Forsythe Company gehört, überleben allein durch Selbstausbeutung. Jeder Einzelne steht ununterbrochen unter Hochdruck. Am Premierenabend von «Yes We Can’t» im Festspielhaus Hellerau brach der Tänzer Christopher Roman zusammen. Der Stress. Die Zuschauer haben davon nichts mitbekommen. Der neueste...

Die Premieren

Daniela Kurz lässt sich auf keinen Kompromiss ein. Am Ende ihrer zehnten Spielzeit am Staatstheater Nürnberg macht sie Schluss mit dem Tanztheater – am 17. Mai unter dem Titel «Nächster Halt: Freiheit», eine Recherche, die sich mit der politischen Dimension der Kunst auseinandersetzt. Schon im Vorfeld waren die Bürger der Stadt gefragt. Während des Arbeitsprozesses...