Heidelberg
Nanine Linning kennt keine Berührungsängste. Schon vor Jahren holte sie bei «Francis Bacon» ihre Zuschauer auf die Bühne, und auch beim «Requiem» in Osnabrück ließ sie es nicht bei bloßer Tuchfühlung bewenden. Noch nie hat sie allerdings ihr Publikum so zu Performern gemacht wie in «Hieronymus B.» In zwei Gruppen eingeteilt, führt ein Parcours die Besucher zunächst über Hintertreppen durch das Heidelberger Theater.
Die eine findet sich wenig später auf der Bühne inmitten einer bizarren Bildwelt wieder, bestückt mit bewegten Skulpturen des holländischen Künstlerduos Les Deux Garçons. Der Weg der anderen endet im Saal, wo man erst per Video-Einblendung etwas über die Zeitumstände erfährt, in die das Werk des Geehrten eingebunden ist, um dann hinter dem Portalschleier sozusagen das eigene Pendant zu entdecken: unfreiwillige Darsteller ihrer selbst, die sich unbeobachtet wähnen, während sie selbst beobachtend dem Bühnengeschehen beiwohnen.
Und das ist fantastisch genug. Eine Frau windet sich da aus einem Schlüsselloch. Jemand anders klemmt sich zwischen die Saiten einer Harfe. Den Lappenhut aufgesetzt, hat sich der Mittelaltermann auf einem Fass platziert, während nebenan ein Boat Man ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz März 2015
Rubrik: kalender und kritik, Seite 40
von Hartmut Regitz
_____deutschland
On tour
Die Kibbutz Contemporary Dance Company aus Israel zeigt mit «If at All» eine neue Arbeit ihres künstlerischen Leiters Rami Be’er: Friedrichshafen, 10. März; Ludwigshafen, Theater im Pfalzbau, 12. März; Neuss, 15. März; Hameln, 17. März; Leverkusen, Forum,
19. März; Fulda, 21. März; Offenburg, 22. März; Rüsselsheim, 24. März; Schweinfurt,...
Dansk Danseteater is the leading group in the small world of contemporary dance in Copenhagen, and director Tim Rushton has an extraordinary flair for letting his dancers grow steadily. Sometimes they grow into choreographers, as is the case in the latest production, set to the music of Carl Orff, the Carmina Burana. The subtitle whereof is ”Cantiones profanae...
Sabine Kupferberg, es gibt eine Arthaus-DVD, die Sie als «A Woman of a Thousand Faces» ausweist, Sie selbst nennen sich darin «ein Kind der Liebe». Das mit dem «Kind der Liebe» war von mir eine etwas naive Vorstellung, als ich noch jünger war. Es ist insofern auch nicht falsch, als sich meine leiblichen Eltern tatsächlich liebten, obwohl sie anderweitig gebunden...
