heerlen: thierry smits «clear tears/troubled waters»
Der Belgier Thierry Smits hat sich viel vorgenommen mit seinem neuen Stück. Er holt sieben Tänzer auf die Bühne, eine große Besetzung für einen unabhängigen Choreografen. Die live gespielte Musik stammt von Steven Brown und Blaine Reininger, Ex-Mitglieder der Kult-Band Tuxedomoon. Auch Sujet und künstlerisches Konzept sind ambitioniert: Smits begreift seine Arbeit als Kommentar zur «aktuellen gesellschaftlichen Stimmung» und wählt ein abstraktes choreografisches Idiom zur Schilderung des Gefühls von Krise und Verlust.
Auf der Suche nach Chiffren einer neuen Solidarität kann Tanz, davon ist Smits überzeugt, als kathartischer Prozess weiterhelfen.
Obwohl Smits’ formelle Konzeption zunächst abstrakt erscheint, neigt die Choreografie in der Wahl der Bewegungen wie auch in der tänzerischen Interaktion zu einer symbolischen Bildersprache, deren metaphorische Natur von Simon Siegmanns Dekor noch betont wird: Neun weiße Säulen, in zufälliger Anordnung auf der Bühne platziert und mit integrierten Lichtquellen versehen, wirken wie Stämme einer Baumgruppe, auch wenn sie ein Stück über dem Boden schweben.
Zu Beginn rennen die Tänzer ziellos durch diesen stilisierten Wald, von den Stämmen ...
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Tanz März 2013
Rubrik: kalender und kritik, Seite 52
von Pieter T’Jonck
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