handbuch für choreografen 7
Markt
Bevor du dein Stück zu verkaufen versuchst, könntest du dir die folgenden Fragen stellen: Was erwarte ich mir persönlich von meinem Stück? Wessen Meinung ist mir wichtig? Mit welchen Künstlern identifiziere ich mich, und wie schaffen sie es zu überleben? Wie sieht der Markt aus meiner Perspektive aus? Wie groß ist die Notwendigkeit für mich, ein bestimmtes Stück zu machen, und welche verschiedenen Mittel und Wege stehen mir dazu zur Verfügung? Was tue ich, wenn sich niemand dafür interessiert, was ich mache? Wofür interessiere ich mich sonst noch?
Auch wenn niemand
so richtig zu verstehen scheint, was du machst, ist das okay. Denn egal, was dich ursprünglich dazu bewegt hat, eine Choreografie zu machen, es wird sich am Ende doch irgendwie auszahlen, ganz gleich, ob du nun choreografierst oder nicht.
Das Stück zur Aufführung bringen
Es gibt eine ganze Reihe unterschiedlicher Modelle, wie man Tanz zur Aufführung bringen kann. Jeder Choreograf bedient sich verschiedener Herangehensweisen. Einige Leute kommen hervorragend mit dem Druck zurecht, vorausplanen zu müssen und sich ambitionierte Ziele zu setzen. Andere wiederum fühlen sich kreativer, wenn ihre Arbeitssituation flexibler ...
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Tanz Mai 2011
Rubrik: praxis, Seite 72
von Jonathan Burrows
Generalprobe hin oder her: Dieser Choreograf bleibt nicht hinterm Regiepult. Während auf der Bühne des Badischen Staatstheaters zwei Ballerinen im Eifersuchtsclinch liegen, wirbelt Christopher Wheeldon durchs Parkett. Jagt nach Fehlern, scannt blitzschnell die Dekoration von «Variations Sérieuses» – und bleibt im Ton vornehm zurückhaltend. Well educated, wie es...
...auf der Bühne ist immer ein bisschen kleiner als in Wirklichkeit. Menschen dagegen bleiben auf dem Theater stets von gleicher Größe. Weil Alice im Wunderland schrumpfte, aus einem Fläschchen trank und daraufhin so schrecklich wuchs, dass sie zu groß für so ein Haus wurde, greift jedes Theater zum gleichen Trick: Es macht das Haus ein wenig kleiner, damit Alice...
Von einem «Tausendfüßler der Metasinnlichkeit» ist die Rede. Das Bild passt gut zu Philippe Decouflé. In seinem neuen opulenten Werk «Octopus» gibt es aber auch metaphorische Bilder vom Schwan, von Affen, von menschlichen Zungen im erregten Flirt. Wie beim Chamäleon. Tiere sind jedoch gar nicht das Thema dieser sich ständig selbst verzaubernden Revue. Die ist...
