Gute Frage, Herr Forsythe
«Warum steht Tanz in der Nahrungskette ganz unten?» Vor sechs Jahren wurde Deutschlands beste Kompanie, das Ballett Frankfurt, abgewickelt, weil «Politiker nicht verstanden, was Tanz bedeutet», sagt William Forsythe. Bedeutungslosigkeit hat damit zu tun, dass im Tanz Deutungslosigkeit herrscht, um nicht zu sagen: Beliebigkeit bei der Interpretation gerade von Forsythes Werk. «In dieses Problem habe ich meine damalige Abfindung investiert.» Er fütterte den Computer mit seinem 17-minütigen Stück «One Flat Thing, Reproduced» aus dem Jahr 2000.
Wir selbst sahen damals, «wie hier das Ensemble in ungebremstem Furor sechzehn Tische über den Boden Richtung Publikum schrammt, mit ihnen flache Hürden baut, um sie im Affentempo zu überschlittern, zu übergrätschen oder mit gestreckten Beinen zu überragen. Das haut nicht nur den einen oder anderen Tänzer um, bis er platt unterm Tisch liegt, sondern im übertragenen Sinn auch den Zuschauer.» Die leidenschaftliche Beschreibung in ballet-tanz befriedigte den Meister nicht, weil er jedem Tänzer eine Führungsrolle übertragen und untersuchen wollte, wie Bewegung in flacher Hierarchie entsteht. Aber was man nicht sieht, kann man nicht wissen. Auf ...
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Sie wuchsen in der Franco-Zeit auf und gehören wie Antonio Gades, Mario Maya und Cristina Hoyos zu einer Generation, die in den 1970er und 80er Jahren den traditionellen Flamenco entscheidend modernisiert haben. Bei Ihnen blieb der Flamenco ein spezifisch spanischer, eben andalusischer Tanz. Können ausländische Tänzer denn überhaupt die gleiche Ausdrucksfähigkeit...
