Grenzlandtheater
Der palästinensische Filmemacher Khaled Jarrar begleitet mit der Kamera eine Familie auf ihrer Flucht nach Deutschland. Als sie die Insel Lesbos erreicht und weiter aufs Festland will, scheitert Jarrar. Die laufende Kamera in der Hand, versucht der Künstler, mit an Bord der griechischen Fähre zu gelangen. Er zeigt seinen Pass, er zeigt sein eingeklebtes Schengen-Visum. Er kommt nicht rein. Es ist ein Flüchtlingsschiff. Ein Schiff für Menschen ohne Papiere. Später wird er seinen Pass stets gut verstecken, um von der Gruppe nicht noch einmal getrennt zu werden.
Nadira, die Älteste der Familie, floh schon einmal, 1948. Geboren in Nazareth, Palästina, war sie in jungen Jahren nach Syrien gewandert. Der Krieg heute macht es unmöglich, dort länger zu leben. Der Krieg hat ihren Pass in ein wertloses Stück Papier verwandelt. Nadira und ihre Familie sind nun Illegale, «blinde Passagiere». Blind, weil die Sehenden sie nur dulden. Alles, was ihnen ab jetzt geschieht, hängt nicht länger von ihrer Person ab. Es hat mit den zwei Papierstücken zu tun, die sie nicht besitzen. Den Pass. Die Fahrkarte. Nur die Kombination aus beidem, wir haben uns längst daran gewöhnt, verleiht das Recht zu reisen. ...
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Tanz Jahrbuch 2016
Rubrik: Politik: Unter Spannung, Seite 28
von Arnd Wesemann
Christoph Böhm, geboren in Halle an der Saale, absolvierte seine Ausbildung von 1982 bis 1986 an der Fachschule für Tanz in Leipzig. Mit Beginn seiner Tanzkarriere weckte er bald einige Hoffnung – und erfüllte sie insbesondere als Erster Solist im Ballett der Oper Leipzig unter Uwe Scholz. Ab 1991 bis zu seinem Tod 2004 schuf der Choreograf für Böhm etliche...
Klassik, Moderne, Zeitgenossenschaft – in seinem Repertoire war alles vertreten. Zuletzt kam Pina Bauschs «Für die Kinder von gestern, heute und morgen» dazu, Krönung und Schwanengesang der Ära Ivan Liška
Noch zwei Vorstellungen von Pina Bauschs «Für die Kinder von gestern, heute und morgen» (tanz 5/16) waren es während der Opernfestspiele im Juli. Es ist die...
Sie ist keine Künstlerin – auch wenn das, was sie sich vorgenommen hat und was die internationale Tanzwelt von ihr erwartet, einem Kunststück gleicht: Adolphe Binder übernimmt im Mai 2017 das Tanztheater Wuppertal. Sie ist Kulturmanagerin, Kuratorin und war zuletzt künstlerische Leiterin der GöteborgsOperans Danskompani. Also keine Choreografin, die über ihre...
