Göhre und Soto: "Ein neuer Sommernachtstraum"

Östlich der Elbe

Tanz - Logo

Dass junge Choreografen alte Vorlagen ändern, ist ihr gutes Recht. In Schwerin tun das Annett Göhre und Cayetano Soto gleich in zweierlei Hinsicht. Ihr Gasteinstand «Ein neuer Sommernachtstraum» beruft sich zwar im Titel auf Tom Schillings Uraufführung für sein Tanztheater der Komischen Oper von 1981 und nutzt auch, nach eigener Aussage leicht umgestellt, Georg Katzers damalige Auftragskomposition.

Das deutsch-spanische Doppel, seit dem gemeinsamen Münchner Engagement miteinander bekannt, nun erstmals auch in gemeinsamer choreografischer Verantwortung, lässt indes nicht nur Bernd Köllingers personenreich verworrenes Originallibretto in der Schublade, sondern rückt ebenso der Shakespeareschen Grundkonstellation zu Leibe – und fügt «Pucks letzter Traum» vorsorglich als Untertitel hinzu. Katzers Partitur hat den Ruch des Revolutionären mittlerweile an den Gestus des Grundsoliden abgegeben und trägt nach wie vor mit seinen sinfonischen Strukturen, denen man allerdings häufig die andere tanzinhaltliche Bindung und Motivation anhört. Dass auch die Choreografen sich über weite Strecken in kühl sinfonischen Abläufen verlieren und ihrem komödiantischen Temperament so gar keinen Raum ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Februar 2007
Rubrik: Der Kalender, Seite 38
von Volkmar Draeger

Vergriffen
Weitere Beiträge
Franck2Louise: "Konnecting Souls"

Maverick French choreographer Franck II Louise marries dance, sound and high tech gadgetry with the street moves of the infamous banlieu. Succeeding where others have failed, his “Konnecting Souls” was performed at the Monaco Dance Forum late last year, where the self-dubbed choreographer and composer brought the dance of the streets to life in the incongruous...

George Blanchine and Tilly Losch

Just as Bach’s music brings out the best in choreographers, Balanchine’s life and work do so in biographers and critics. Robert Gottlieb – well known American book and magazine editor and, lately, dance reviewer – has written a compact account of the master choreographer’s life: George Balanchine – The Ballet  Maker. In the book’s 216 pages, there’s room too for...

Chandralekha

«Ich bin nicht nur eine Frau, die heute lebt. Ich bin alle Frauen, die je gelebt haben.» Die indische Choreografin Chandralekha lebt nicht mehr, und doch lebt sie weiter in ihrer für den zeitgenössischen Tanz in Indien so bahnbrechenden wie emanzipatorischen Arbeit. In ihren Schülerinnen und Schülern. Und in ihrem choreografischen Werk, auf das man die vielseitige...