Gesprengte Gefühle

Sanja Ristic: „Protect Me from Myself”, Berlin

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Es gibt Grenzen. Deshalb will man sie sprengen. Im Theatermonolog «Bombenfrau» von Ivana Sajko, Mitgründerin des kroatischen Tanz- und Theaterkollektivs BADco, feiert eine Selbstmordattentäterin ein Fest zu ihrem Ende.

Die Autorin fragt, was sich regt in einem solchen Körper in den letzten zwölf Minuten, bevor die Bombe, die laut Sajko wie ein «Liebhaber» in jeder Körperhöhlung der Frau versteckt ist, ihre Trägerin zerreißt? 

 

So populär der Stoff auf den Bühnen ist, als ein vollkommener Kurzschluss von klassischer Tragöde, politischem Fragezeichen und Death Metal, er sprengt nicht nur den Rahmen der gemeinen Vorstellungskraft, sondern auch den Tanz. Selbstmordattentäter verüben keinen Totentanz, ergehen sich nicht im «Sacre», schon gar nicht, wenn sie Gott spielen und den Tod gebären. Was dem Körperbekanntlich abverlangt, sich so unauffällig wie möglich unters Volk zu mischen. Salon Sauvage heißt die neue Schweizer Kompanie mit Sitz in Berlin, die dem Namen nach eigens für diese Produktion gegründet wurde. 

 

Die beiden Tänzerinnen Sanja Ristic und Johanna Chemnitz gelangen hier mühelos ans Ende ihrer Kunst, wenn ihre Körper, angeheizt von den bei Constanza Macras bekannt ...

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Tanz November 2009
Rubrik: On Tour, Seite 32
von Arnd Wesemann

Vergriffen
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