Germaine Acogny
Afrika ist groß. Gibt es den einen afrikanischen Tanz? Nein. Afrikanischer Tanz ist ein Konzept, eine Erfindung, die in Frankreich begann, als afrikanische Tänzer sahen, dass ihr Körper etwa im Ballett anders reagiert als der von Europäern. Man merkt den Unterschied halt eben erst in der Fremde. Als ich nach Afrika zurückging, habe ich systematisch nach Gemeinsamkeiten afrikanischer Tanzkulturen gesucht. Daraus entstand eine Technik in der Art, wie es auch eine Graham- oder Limón-Technik gibt.
Sie unterrichten zeitgenössischen afrikanischen Tanz. Was ist das Zeitgenössische? Jeder Körper ist in seiner Kultur verwurzelt, hat eine gestuelle Erinnerung, das muss erstmal erkannt werden. Aber das Ziel, jedenfalls von professionellen Tänzern, muss sein, die Energie der eigenen Wurzeln in die Zukunft zu transformieren, um ein neues Kunstwerk zu schaffen.
Können Europäer afrikanischen Tanz lernen? Wir sind alle Menschen. Und wenn Europäer japanische oder chinesische Philosophie studieren können, können sie auch afrikanischen Tanz lernen. Voraussetzung ist, die Technik auch lernen zu wollen.
Was war Ihre bisher beste Workshop-Erfahrung? In Litauen – zu sehen, wie ein vom Ballett ...
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Auf den Schnipseln vergilbter Seiten, verstreut...
