freiheit
Zahlreiche, meist sehr freundliche Nachrufe sind zum Jahreswechsel auf den «Tanzplan Deutschland» erschienen. Bei vielen lösen sie ein gewisses Bedauern aus: «O Gott, wo geht er denn nun hin, der zeitgenössische Tanz?» Gegenstimmen gibt es auch. Sie freuen sich, jetzt sei es mal gut mit einem Tanzprogramm, bei dem sich komplizierte Bürokratien kommunaler und staatlicher Fiskalverteiler zusammensetzen müssen, nur um Künstlern überhaupt die Freiheit zur Kunst schenken zu können. Ist Freiheit so kompliziert? Tja, es scheint so.
Manchmal hat man aber auch Glück.
Dann trifft man auf eine wirklich andere Meinung. Sie geht so: Jede Politik neige dazu, immer nur diejenige Kunst zu tolerieren, die ihren eigenen Interessen diene. Diese Ansicht vertritt die Choreografin Amy Rahman aus Bangladesch.
Das mag weit weg sein, auch wenn Bangladesch, eine Abspaltung von Indien, die Bengalen derart in Ost und West teilt wie einst die Deutschen. In diesem Land setzt man wie die meisten Nationen auf identitätsstiftende Kunst, die man wie überall «Klassik» nennt. Hier wie da steckt(e) das nation building hinter den ursprünglichen Absichten der Kulturförderung, um wahlweise Identität zu behaupten und zu ...
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Tanz Februar 2011
Rubrik: praxis, Seite 64
von Arnd Wesemann
Im blauen Licht driften scheinbar knochen- und schwerelos drei Körper. Die erhobenen Arme werden von einer geheimnisvollen Kraft gehalten. Die Köpfe neigen sich blütensacht. Die Figuren ziehen sich an, gleiten aneinander vorbei und entfernen sich wieder. Beben, Grummeln, Pochen, Summen von automatischen Trommeln. Sie sind platziert zwischen den Zuschauerreihen. Als...
Mit fröhlichem Gelb künden Forsythien vom Frühling; Bäumchen blühen, wo Wuppertal ihnen Platz dafür lässt. Mit dem «Kampf der Titanen. In 3D!» droht das Multiplexkino, daneben liegt das Schauspielhaus und schweigt, denn es ist geschlossen, vielleicht für immer; es müsste saniert werden. Weil das Wasser abgestellt ist, stehen am Hintereingang Container mit Toiletten...
...erhielt vom Staatsrat des Schweizer Kantons Wallis den mit 10.000 Franken dotierten Förderpreis – für ihr Stück «The Parallax View», uraufgeführt im Mai 2010 in Sierre (tanz 8-9/10). Die Schweizer Choreografin leitet seit 2000 mit Rainald Endraß die Kompanie CocoonDance in Bonn. Hier findet vom 5. bis 26. Februar ein Tanzsolo-Festival statt, das von Rafaële...
