Fähnrich Tanz

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Die Gleichwichtigkeit der Nachrichten verkündet täglich das Ungleichgewicht der Welt. Was hat da der Tanz zu suchen? Sicher, Tanz ist die älteste Geste der Versöhnung, überall auf der Welt. Versöhnung mit sich, den Göttern und den Gästen. Das war immer schon so. Frank Weigand fuhr ins Westjordanland und nach Israel: Versöhnung? Trotz Road Map: die Zeiten des «Schon immer so» machen den Tanz zwischen den Kulturen völlig undenkbar. Am Riss zwischen Israel und Palästina herrscht genau die diplomatische Stille, die für Jahrzehnte auch zwischen Mozart und Madonna galt.

Das eine hatte mit dem anderen bloß nichts zu tun. Ein jeweiliges Reinheitsgebot errichtete Grenzen, die in Deutschland auch für den Tanz eine Ewigkeit lang galten. Eine städtisch üppig finanzierte Hochtanzkultur und Brosamen für die «freie Szene». Eine professionelle Ballettausbildung von Kindesbeinen an und eine «verkopfte» Avantgarde der Postmoderne. Dazwischen Grenzpatrouillen der Kritik. Mit dem neu geschaffenen Tanzplan Deutschland ist nun erstmals auch bei uns eine Road Map entstanden, die klar definiert, wie mit sanftem, sprich: pekuniärem Druck von oben der Tanz zum festen Bestandteil der Kultur erklärt werden ...

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Tanz März 2006
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Redaktion

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