Etappensieg in Wien
So ist Wien. Es wird lang gezaudert, aber wenn sich etwas ändert, dann richtig. Die seit einem Jahr heiß diskutierte Tanz- und Theaterreform hat alle Charakteristika einer veritablen Samtvorhang-Revolution. Mit der überraschend konsequenten Entscheidung der siebenköpfigen «Wiener Theaterjury» über die langfristigen Förderungen von Tanz- und Theatergruppen sowie -institutionen zeigte sich, dass die von Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) eingeleitete Umstrukturierung der städtischen Finanzierungsmodi für darstellende Kunst nicht nur ein Papiertiger ist.
Die Jury hatte über ein Budget von 16 Mio. Euro zu entscheiden. Sie bearbeitete 117 Anträge im Gesamtvolumen von rund 45 Mio. Euro. Nun ist klar: gewohnheitsrechtliche Subventionierungen sind passé. Nur 25 Einreicher erhielten einen Zuschlag. Generell lobte die Jury, darunter Intendant Dietmar N. Schmidt, Veronica Kaup-Hasler, die künftige Leiterin des Grazer steirischen herbsts, und die Tanzkritikerin Andrea Amort, die Innovationsfreude der Wiener Tanzszene. Freuen dürfen sich nun Superamas, Willi Dorner, Saskia Hölbling und Elio Gervasi über kontinuierliche Vierjahresfinanzierungen, ebenso das Tanzquartier Wien und ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
In Hagen hat Richard Wherlock 1993 schon einmal einen «Nussknacker» herausgebracht. Und nun für Basel eine neue Version geschaffen. Er müsste eigentlich «Drosselmeier» heißen. Denn der Pate Drosselmeier steht als Drahtzieher im Mittelpunkt und betritt zu Beginn die leere Bühne, gefolgt von einer Schar Ratten in Punk-Kostümen. Ihr Anführer, King Rat, verschafft...
Birgit Keil, die seit 1997 die Akademie des Tanzes (AdT) an der Mannheimer Musikhochschule leitet, sprüht vor Enthusiasmus. «Ich freue mich jeden Tag, dass ich hierher kommen darf». Die ehemalige Starsolistin des Stuttgarter Balletts tut alles, damit in der bereits 1762 als «Académie de Danse» gegründeten Schule eine Atmosphäre herrscht wie einst beim Stuttgarter...
Die Anekdote will es, dass Graf Keyserlingk, der russische Gesandte am Hof von Dresden, nachts nicht einschlafen konnte. Trübe Gedanken quälten ihn, der Alb drückte auf seine Seele, und der von Krankheit Gezeichnete forderte Linderung. So ließ er nach Johann Gottlieb Goldberg rufen, den Bach zu seinem Meisterschüler erkoren hatte. Bach schrieb für Goldberg dreißig...
