essen: fabrice mazliah, md-kollektiv «telling stories»
Auf den Boden der Tatsachen zurückkehren! Das sagt man, um Luftschlössern den Stöpsel zu ziehen. Im Tanz ist der Boden selber Tatsache, er wird auch für Choreografien immer mal wieder gelüpft, gerollt, geflutet. Dieser hier beißt ins Auge: Muster mit Schnörkeln, ein Kachelimitat aus Kunststoff von der Rolle aus dem Baumarkt. Doch der Tanz beschäftigt die Zuschauerhirne derart, dass dieses Gestrichel nicht mehr beachtet wird und, man ahnte es ja gleich, zur Metapher wird. Susanne Grau und Katja Cheraneva liegen, sitzen, formen Ecken mit ihren Gelenken.
Dann scheint die eine im Stehen etwas vor sich herzuschieben, die andere schiebt sich selber, und mit der herübergerufenen Frage «Magst du lieber runde oder eckige Tische?», baut sich etwas anderes auf dem Küchenboden auf. Oder ist es ein Festsaal?
«Telling Stories» pumpt ein Luftschloss auf und spielt mit dem Aufblasen, mit Läufen durch Gedankengänge, mit Erinnerungen, Imitationen und dem Verrücken von Linien, Bewegungen, Tischen. Es ist selbstreferenziell auf schlaue und humorvolle Art, doch einen Tick zu didaktisch. Das Duett «Eifo Efi» von Fabrice Mazliah und Ioannis Mandafounis war da wilder, trotz seiner dramaturgischen ...
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Tanz März 2016
Rubrik: Kalender, Seite 36
von Melanie Suchy
Glück war Dmitri Schostakowitsch bei Stalins Parteiobrigkeit mit seinen drei sowjetischen Balletten nicht beschieden: Alle wurden sie im Zuge der Formalismus-Anwürfe nach 1936 verboten. Hatte «Das goldene Zeitalter» fast zwei Dutzend Reprisen, kam «Der Bolzen» nicht über die Premiere hinaus; «Der helle Bach» wurde von der «Prawda» gar als «Ballett-Betrug»...
Man kann darüber streiten, ob die tanzbewegte Clubkultur bloß eine eskapistische Dauerparty für gesellschaftlich früh Emeritierte ist oder doch eher eine vielversprechende Parallelwelt und damit gelebte Utopie. Klar ist: Zwischen Ballermann und Berghain existieren prinzipielle Unterschiede – auch in den Musik- und Bewegungskonzepten der Besucher.
Der aus Österreich...
Hans Fors, Sie haben im schwedischen Järna Eurythmie studiert und sind dieser Bewegungskunst seit Langem verbunden. Nun haben Sie ein Buch über die «Geschichte der Eurythmie im tanzhistorischen Kontext 1912 – 1930» geschrieben. Was war der Anlass?
In den konservativen Teilen der Eurythmie-Szene hieß es, dass diese Ausdrucksform nichts mit Tanz zu tun habe. Ich...
