Es lebe Multikulti!
Vielleicht haben diejenigen Menschen sogar Recht, die von Ausländern, die nicht das Glück haben, Mitglieder der EU zu sein, präzise Kenntnisse unserer Kultur verlangen, falls sie «bei uns» überleben wollen. Das lateinische Unwort dazu heißt «Integration». Das deutsche Wort «Anpassung» klänge zu verdächtig. Ausgenommen von der Integration sind (lacht da jemand?) «Kulturschaffende». Ihre Ware ist ja gerade das Fremde.
Der Tanz aus Vietnam, wie bei Ea Sola, soll sich nicht adaptieren, obwohl gerade im Tanz eine fulminante Sehnsucht nach «Integration» existiert: Wie «zeitgenössisch» tanzt eine Vietnamesin, damit wir sie verstehen? Oder hat ihre «Integration» nicht längst stattgefunden, als sie Ballettstunden nahm?
So verständlich die Sehnsucht nach einem kulturellen Miteinander im Rahmen der westlichen Weltverfassung ist: Unübersehbar ist die Sehnsucht nach der «anderen Kultur» – gerade im Tanz. Wie fasziniert und respektvoll sind doch die Briten von Bollywood und Bharata Natyam. Wie befreit die Deutschen, die auf der Salsa-Welle von erregten Körpern träumen. Und wie glücklich sind Nichtspanier, Zugang zum Flamenco finden zu dürfen, der – wie Javier Latorre im Interview sagt — schon ...
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