erlangen: Grace Ellen Barkey: «Mush-Room»
Wenn die Tänzer auf die Bühne hüpfen und winken, grinsen, plappern, meint man: Sie sind auf Pilzen. Durch Grace Ellen Barkeys Stücke für die Needcompany waberten schon immer Halluzinationen, es gab mal zum Schreien gemusterte Tapeten, mal hunderte Keramik-Hohlkörper oder handgestrickte Schlabbertiere. Für «Mush-Room», uraufgeführt im Essener PACT Zollverein, hat Ausstattungspartnerin Lot Lemm nun 18 riesige Papierwabengebilde hergestellt, die vom Himmel ragen. Die sechs Tänzer tragen zu schwarzen Anzügen helle Wichtelmützen und fungieren als Bewohner einer verkehrten Waldwelt.
Der siebte Wicht, in Weiß, Julien Faure, legt später eine Clownsnase an – und wird als Mensch bezeichnet.
Schön hallig klimpert die ironische Musik der undergroundigen Residents. Letzte Nacht habe es einen Durchbruch gegeben, tönt Maarten Seghers und plaudert von «gigantischen Versprechen», «stinky attitudes», «Freiheit», von «Punks mit Instrumenten, die dir den Kopf wegpusten». Der Pilz-Mob fordert: «Akzeptanz aller Funghi», vorneweg natürlich der gefährlichen «magical mushrooms». Der Mob greift in die Seilwinden, lässt die Papierpilze wackeln, Nebel wabert, Sternenklänge. «Stell dir vor, alle Dinge könnten ...
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Tanz Mai 2013
Rubrik: kalender und kritik, Seite 50
von Melanie Suchy
Uralter Hut, diese Geschichte: Halbwaise fällt der Wiederheirat des Vaters zum Opfer, fristet als Küchenkraft ihr Dasein und sehnt sich nach prinzlicher Erlösung. In jeder Märchen-Fibel ist das «Aschenputtel» vertreten, und ob dabei die handfeste Fassung der Gebrüder Grimm oder Charles Perraults eleganter schraffierte Version zum Zuge kommt, ist am Ende egal: Die...
Mikael Marklund, der Rosas-Tänzer aus Schweden, zuletzt in De Keersmaekers «En atendant» und «Cesena» sehr präsent, hat sich auch auf Laurent Chétouane gut eingestellt. Im letzten Sommer beschnupperten die beiden sich beim «Festival d’Avignon» und kreierten dort «O», ein Solo, das das Ballett nicht parodiert, sondern stilisiert, überhöht, analysiert und damit seine...
grenoble_________
itmoi
«Sacre», so weit das Auge reicht: Eine Jahrhundertflut aus Rekons-truktionen, Relektüren, Nachaufführungen ergießt sich über die Bühnen der Welt. Mindestens einer schwimmt allerdings gegen den Strom: Akram Khans «Frühlingsopfer»- Erkundung kommt als apokryphes «iTMOi» daher, was für «In The Mind Of Igor» (Strawinsky selbstredend) steht....
