Erkenntnisküken

Ioana Mona Popovici: «Remote Edens» in Prag

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Von paradiesischen Zuständen keine Spur. Nacht ist es auf der Bühne, der einzige Lichtstrahl lässt die Stele mitten im Prager Ponec allenfalls ahnen. Petr Smetácek hat sie geschaffen: Reminiszenz an den Baum der Erkenntnis, der dem ersten Menschenpaar zum Verhängnis wurde. Erstarrt stehen die beiden anfangs da, während aus dem Off die Arie «O let me weep» erklingt. Nur ein Dutzend Küken lässt sich vom Schicksal, das so schwer auf der Szene lastet, nicht im Mindesten beeindrucken. Auch nicht von seiner Gefangenschaft. Fröhlich fiept es den Abend lang im Vogelbauer.


Nicht alles in diesem «Kingdom-of-the-falling», das Ioana Mona Popovici in ihrem neuen Stück «Remote Edens» bespiegelt, ist auf Sand gebaut: der Käfig mit den Küchlein hängt später, kaum erkennbar im Bühnenhintergrund, am Haken. Nur die beiden Protagonisten müssen auf ungesichertem Terrain agieren. Wäre da nicht der andere, gäbe es nicht den geringsten Halt. Kaum lässt der eine vom anderen, verliert er den Boden unter seinen Füßen. Wer von beiden kann auf eigenen Beinen stehen? Nicht Anna Caunerová, die sich in ihrem bäuerlichen Kleid scheinbar so erdverbunden gibt. Auch nicht Daniel Racek, der Hagere im weißen Hemd. Wagt ...

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Tanz Mai 2005
Rubrik: On Stage, Seite 52
von Hartmut Regitz

Vergriffen
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