Eric Gauthier
Lieder für den Morgen danach, alles klar. Bluesig, leise, Pausen für bedächtige Züge an der ersten Zigarette. Bei jeder zu schnellen Bewegung jault der Kater in den schwarzen Kaffee. Gedächtnislücken und Augenringe am sehr späten Vormittag. Die vage Erinnerung an diese Blondine und ihr Grinsen, als ihr Schrank dich vom Barhocker gepustet hat. Halt dich an deine Gitarre, du ... Mit so was kennen Rockstars in der Provinz sich aus. Erst Gras, Bier, und die Chicks sind so frei; am nächsten Tag «please don’t hang around out of pity for me». Schade um die Nacht.
Lieb gewonnene Klischees. Lässt sich die Abbey Road damit pflastern, von den Beatles bis zum Britpop. Eric Gauthier lacht darüber. «Can’t do it», für ihn keine Ausschweifungen. Die meiste Zeit seiner Musikerkarriere musste er morgens zum Tanztraining. Wenn die anderen Nachtschattengewächse vorsichtig in die Küche torkelten, stand er schon an der Stange. Wach oder nicht, Noblesse oblige. Zwölf Jahre lang war der Frankokanadier beim Stuttgarter Ballett engagiert, seit 2002 Solist – genau die Zeit, die er brauchte, um als Frontman von Royaltease zum Mädchenschwarm der regionalen Clubszene zu werden. Mit Songs wie diesem: «Take a ...
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Karine Saporta ist wieder da. Es war still geworden um sie, seit ihrem Abschied vom Centre chorégraphique national in Caen vor drei Jahren. Dazwischen hat sie in Kairo ein neues Stück gemacht. Und plötzlich sieht man die zierliche, stets in Haute Couture gewandete Tanz-Ikone im verrufens-ten Einwandererviertel von Paris, in La Goutte d’or. Hier arbeitet sie mit...
Zwillinge: Musik und Tanz. Together forever. Ob Johann Strauß oder Rolling Stones, beim zweiten Takt schwingen die Hüften. Aber es ist ein Machtgefälle in der Beziehung. Die Musik hat den Tanz nie gebraucht. Er hat sich der Musik angedient. Tanzschritte folgen ihrem Diktat. Sie sind Stiefgeschwister.
Wie reagiert der Tanz? Emotional. Dass der Tanz deshalb...
Brian McMaster leitete das Edinburgh International Festival. Seinem britischen Kultur- und heutigen Arbeitsminister James Prunell schrieb er ein Papier mit der Überschrift: «Supporting Excellence in the Arts». Es besagt: «Schluss mit ausverkauften Sitzreihen!» und Schluss mit der Sozialarbeit der Künstler! Die auch im übrigen Europa gängige Praxis heißt bislang:...
