empty moves
«Ich habe schon als Kind gezeichnet. Meine Mutter rief es mir erst kürzlich wieder ins Gedächtnis.» Vor zehn Jahren begann der Choreograf Angelin Preljocaj regelmäßig zu malen. Erst mit Acryl, bis er den Spaß an Ölfarben entdeckte. «Die sind wie lebende Organismen, man kann ihnen über mehrere Tage dabei zusehen, wie Farbtöne und Materie sich verändern, gerade wenn es um Gesichter geht, und ich liebe Porträts, ob von realen oder imaginären Personen.
» Die malt er stets in Übergröße, dafür oft an Kinn und Stirn abgeschnitten, was sie noch eindringlicher macht: «Ein Gesicht, das dich anstarrt, verweist dich auf dich selbst. Es lädt dem Betrachter Verantwortung auf.» Seine Filzstift-Porträts zeigen Figuren der Tanzgeschichte wie die Pawlowa oder Maud Allan in ihrer berühmten Salome-Interpretation von 1906.
Das Théâtre national de Chaillot in Paris zeigte kürzlich die erste Preljocaj-Ausstellung überhaupt. Vierzig Gemälde und Zeichnungen, etwa die Hälfte seines Schaffens, waren zu sehen. Es dürfte nicht die letzte Gelegenheit gewesen sein, steckt doch mehr dahinter als der berühmte Name des Tanzschöpfers, der mit Werken wie «Noces» (1989), «Le Parc» (1994) oder «Blanche Neige» (2008) auf ...
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Tanz Mai 2014
Rubrik: bewegung, Seite 4
von Thomas Hahn
ausschreibungen_____
«contact emergy 14», Contest for Contemporary Dance, Erfurt
Wettbewerbstermin: 24. Oktober
Deadline: 21. Juli
festival.tanztheater-erfurt.de
Programm «tanz + theater
machen stark» für 2014
Ausschreibungsfrist: 15. September
buendnisse.freie-theater.de
«POOL 14 – Open Call»
Internationale TanzFilmPlattform Berlin, 11.–14. September
Open Call/Deadline:...
«Pieces of me» der Bonner Kompanie legt kein Ego auf die Schlachtplatte. Vielmehr bröckeln die Choreografin Rafaële Giovanola und der Dramaturg Rainald Endraß mit sieben Tänzern Szenen-Fragmente auf die weiße Bühne. Der Lichtdesigner Marc Brodeur rahmt sie zuweilen mit dunklen Linien wie ein Riesenfenster. Die Zuschauer gehen um das Feld herum, wechseln die...
Marineblaue Hose, T-Shirt, ein feiner azurblauer Streifen schlängelt sich hüftabwärts bis zu den Füßen. Gebeugt sitzt die Frau an einem Tisch aus Plexiglas, rücklings zum hereinströmenden Publikum, das die Tribüne der zweiten Spielstätte des Berliner Hebbel-am-Ufer-Theaters entert und von dort aus den Blick auf einen zentral gehängten, weißwollenen...
