ehrengalerie
In Paris wurde das klassische Ballett als Kunstgattung gegründet. Die Académie royale de danse entstand 1661. Der Sonnenkönig selbst rief sie ins Leben. Später ging sie in der Académie royale de musique auf. Heute prangt die Inschrift «Académie nationale de musique» an der 1875 eröffneten Opéra Garnier, einem schnörkeligen Belle-Époque-Bau und nostalgischen Artefakt der Erinnerung. Die kostbarste und kunsthistorisch wertvollste Skulpturengruppe von Jean-Baptiste Carpeaux an der Außenfassade – heute eine Kopie, das Original steht im Musée d’Orsay – ist «La Danse» gewidmet.
Innen, im Marmorfoyer und in diversen Umgängen, findet man fein gemeißelte Büsten von Marie Sallé, die dem Tanz den dramatischen Ausdruck schenkte, oder von Carlotta Grisi, der ersten «Giselle». Kostüme legendärer Tänzer stehen in Vitrinen, erinnern an Rudolf Nurejew als Romeo oder Patrick Dupond als Prinz Siegfried. Das exzellente Museum im linken Seitenflügel zeigt immer wieder schöne Ausstellungen, die meist der französischen Tanzgeschichte gewidmet sind.
Patriotische Ehrung wird auch in Covent Garden gepflegt. Wann immer man das Royal Opera House in London besucht, kann man hinter Glas etwas bestaunen, das die ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz April 2016
Rubrik: warm-up, Seite 1
von Manuel Brug
Im Jahr 2001 n. Chr. kam in Frankreich eine Neufassung der Bibel von Olivier Cadiot und Michel Berder auf den Markt, ein literarisches Großereignis. «Le Cantique des Cantiques», das «Hohelied» also, fand in dieser Version bereits mehrfach den Weg auf die Theaterbühne. Cadiot und Berder interpretieren das Hohelied als eine archaische Hymne an die Sinnlichkeit, als...
im mai: pina bausch
Nicht nur die Bonner Bundeskunsthalle (siehe S. 4), auch das Bayerische
Staatsballett feiert Pina Bausch zum Auftakt seiner Festwochen. Mit «Die
Kinder von gestern, heute und morgen» (2002) legen die Bausch-Stiftung und
das Wuppertaler Tanztheater erstmals ein Werk der Choreografin in die Hände
einer anderen deutschen Kompanie – ein spannendes...
screening: anne teresa de keersmaeker an der pariser oper
Das Beste kommt am Schluss: «Anne Teresa De Keersmaeker an der Pariser Oper» heißt es kurz nach Mitternacht, und auf dem Programm stehen mit Béla Bartóks «Quatuor n°4» (Foto) und Ludwig van Beethovens «Die große Fuge» erst mal zwei frühe Arbeiten der Flämin, wenngleich in einer Up-to-date-Aufzeichnung aus...
